20.06.2017, 23:38 Uhr

Meister Adebar an der Großen Tulln nur auf Besuch

Sechs Störche auf einem Acker in Diesendorf bei Asperhofen. (Foto: Privat)

Die Wienerwald-Störche bei Asperhofen sind laut Experten nur auf der Jagd. Zum Brüten fehlt die Nahrung.

ASPERHOFEN (mh). Seit einigen Wochen treiben sich bei Asperhofen Störche herum (die Bezirksblätter berichteten). Ein Fischer machte eine Einzelsichtung bei Grabensee. Bezirksblätter-Leser Karl Gfatter jun. konnte sogar sechs Störche auf einem Acker in Diesendorf fotografieren. Hat der Zuwanderer aus Afrika etwa vor, hier endgültig Quartier zu beziehen oder gar eine Familie zu gründen – oder sind die Großvögel nur auf der Durchreise? "Bei den betreffenden Störchen dürfte es sich um Nichtbrüter halten, die im Sommerhalbjahr jederzeit auch außerhalb der Brutgebiete anzutreffen sind", meint dazu Eva Karner-Ranner, Weißstorchexpertin bei BirdLife Österreich, auf Anfrage der Bezirksblätter.

Klima passt in Asperhofen

"Diese ziehen herum und lassen sich immer dort nieder, wo gerade eine günstige Nahrungsfläche zu finden ist. Das können außer Wiesen und Feuchtgebieten auch frisch bearbeitete Ackerflächen sein, auf denen sie dann gerne Mäuse jagen. Typischerweise sind diese auch in kleineren oder größeren Gruppen unterwegs – wozu die Beobachtung von sieben Individuen gut passt." Von der Lage und den klimatischen Ansprüchen her sei eine Ansiedlung in Asperhofen durchaus möglich, so Karner-Ranner, da die Vögel eher offene Landschaften oder größere Flusstäler bevorzugen. "Aber für eine erfolgreiche Brut brauchen Weißstörche ausgedehnte Wiesen und Feuchtgebiete als geeignete Nahrungsflächen – in einer überwiegend von Ackerbau geprägten Landschaft haben sie keine Chance." Der nächste aktuell besetzte Brutplatz befindet sich in der Gemeinde Hainfeld im Gölsental.

Zur Sache

Eine Brutsaison von der Ankunft der Altvögel im April bis zum Ausfliegen der Jungen Mitte Juli dauert laut BirdLife Österreich über 3 Monate und da müssen Störche die ganze Zeit über ausreichend Nahrung finden – und das in unmittelbarer Horstnähe.

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