07.06.2017, 09:02 Uhr

Mit Handy hirnlos am Lenkrad

Ein Telefonat während der Autofahrt kann für den Lenker und andere Verkehrsteilnehmer lebensgefährlich werden.

Viele Autofahrer im Wienerwald lassen die Finger vom Telefon. Doch es gibt noch andere Sünden am Steuer.

WIENERWALD/NEULENGBACH (mh). 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp liest. Ablenkung am Steuer – also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille – so wiederum der Verkehrsclub Österreich. Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein „Kavaliersdelikt“: Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird. Wenn, dann sind allerdings 50 Euro fällig. Die BEZIRKSBLÄTTER haben sich in der Region Wienerwald/Neulengbach umgehört, ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst sind. Für Hans-Dieter Ebersberger aus Laaben ist völlig klar, dass er während der Fahrt nicht telefoniert. "Eine andere Ablenkung, die oft unterschätzt wird, ist das Bedienen des Navi", gibt der Autofahrer zu bedenken.

Navi und Rauchen lenken ab

Auch Brigitte Doppler aus Eichgraben würde ihr Handy niemals ohne Freisprecheinrichtung benutzen. Doch sie gesteht eine andere Sünde am Steuer: "Ich rauche während der Fahrt. Auch das lenkt ab, obwohl es nicht verboten ist." Melitta Michalko aus Eichgraben weist darauf hin, dass auch das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung ablenkt: "Man ist mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache!" Die größte Ablenkung sind aber auch für sie Zigaretten am Steuer: "Ich habe 40 Jahre lang im Auto geraucht. Das würde ich heute nicht mehr machen."

Zur Sache

Während des Fahrens ist nur das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung und die Verwendung des Handys als Navigationssystem, sofern es im Wageninneren befestigt ist, erlaubt. Daher ist zum Beispiel das Schreiben und das Lesen von SMS, E-Mails oder Nachrichten auf Social-Media-Kanälen sowie das Internetsurfen während der Fahrt ausdrücklich verboten und strafbar. Wer sein Handy während der Fahrt unzulässig verwendet, wird mit einem Organmandat von 50 Euro bestraft.

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