06.12.2017, 09:55 Uhr

Pflegeheim Clementinum: „Man bekommt so viel zurück"

Sind ehrenamtlich für die Clementinum-Bewohner da: Gertrude Sch. und Rita L. mit Bewohnerin Erna A. und Bewohner Friedrich G. (Foto: Privat)

Das Haus der Barmherzigkeit bittet seine ehrenamtlichen Mitarbeiter in Kirchstetten vor den Vorhang.

KIRCHSTETTEN (mh). "Ehrenamtliche Tätigkeit wirkt sich gesundheitsfördernd aus", bestätigt die österreichische Psychoanalytikerin Rotraud Perner. „Wir wünschen uns Gesundheit und viel Geld“, scherzt Gertrude Sch. im Gespräch mit den Bezirksblättern.b "Der Wunsch, gesund zu bleiben, ist ernstgemeint, das Geld ist eine scherzhafte Anspielung auf die ehrenamtliche Tätigkeit im Pflegeheim Clementinum, das das Haus der Barmherzigkeit in Kirchstetten betreibt. Das Pflegeheim darf sich derzeit über 40 ehrenamtliche Mitarbeiter freuen", sagt Clementinum-Mitarbeiterin Simone Gattermayer.

40 ehrenamtliche Mitarbeiter

Gertrude Sch. veranstaltet mit einer zweiten Ehrenamtlichen ein Mal im Monat eine Kochgruppe für die Bewohner. Auf dem Speiseplan stehen altbekannte Rezepte und deftige Hausmannskost. Gemeinsam wird gekocht und danach in geselliger Runde gegessen. „Ich führ‘ gern‘ ein bisschen Schmäh mit ‚meinen‘ Bewohnern“, meint Sch. und fügt dazu: „Ernst sind wir eh viel zu oft.“ Bei Rita L. entstand schon lange vor ihrer Pensionierung der Wunsch, ehrenamtlich in einem Pflegeheim tätig zu werden. Seit nunmehr neun Jahren ist sie bis zu vier Mal wöchentlich im Pflegeheim Clementinum. Sie begleitet Bewohner zu Arztterminen, führt Gespräche oder geht mit einem Bewohner spazieren. "Für manche Menschen sind das kleine Gesten. Für ältere, auch kranke Menschen bedeuten diese Begegnungen oftmals viel mehr", sagt Gattermayer.

Begegnungen mit Bewohnern

Ein Austausch der Ehrenamtlichen findet bei den „Ehrenamts-Cafés“ oder bei Ausflügen zu Heurigen, Adventmärkten und Theateraufführungen statt. Die nächste Gelegenheit bietet sich am Clementinum-Adventmarkt am 10. Dezember ab 9 Uhr. Bis heute haben beide den Schritt, ehrenamtlich zu arbeiten, nie bereut. „Man bekommt so viel mehr zurück. Wenn ich das Pflegeheim am Ende des Tages verlasse, fühle ich mich einfach gut“, meint Rita L. mit einem Lächeln im Gesicht.

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