28.05.2016, 14:50 Uhr

Heuchelei der USA und einiger EU-Länder

G-7-Gipfel in Japan (Foto: handelsblatt.com)
Japan (Japan): Österreich |

Am 26. und 27. Mai 2016 fand in Ise-Shima, Japan, das G-7-Treffen statt. Man beschäftigte sich mit Wirtschaft und Flüchtlingspolitik.

Als kurze Zusammenfassung des anhaltenden Flüchtlingsproblems bei diesem hochkarätigen Treffen in Japan könnte man sagen: Die Akteure haben erkannt, dass es sich dabei um ein "globales Problem" handelt.

Da ist gelinde gesagt - blanker Hohn!

Die bedeutendsten Industrienationen der Welt (USA, Grossbritannien, Kanada, Japan, Frankreich, Deutschland und Italien) haben also zu erkennen geben, dass die Flüchtlingskrise eine "globale Herausforderung ist und eine globale Antwort erfordert". Sie treten im Schlussdokument dafür ein, "dass Fluchtursachen wie Konflikte, staatliche Instabilität und negative Umweltentwicklung vor Ort zu bekämpfen sind".

Nur: Ausgerechnet die USA, die hauptverantwortlich für die meisten der seit Jahrzehnten im Nahen und Mittleren Osten anhaltenden Krisen sind und sie um des eigenen Profits und der Macht willen Kriege vom Zaun brechen liessen, ganze Regionen destabilisierten, nehmen selbst kaum oder keine Flüchtlinge auf.
Ausgerechnet dieses Amerika spricht von einer globalen Herausforderung?
Das ist Heuchelei in Reinkultur!
Sie haben Kriege im Irak und in Afghanistan geführt, in Syrien das Entstehen des IS in erster Linie (mit)verantwortet und - was noch mehr zählt - geduldet. Erst ihr massives Eingreifen hat für die aktuelle Flüchtlingskrise gesorgt. Jetzt von deren Ausmass überrascht zu sein, ist blanker Hohn.

Detto, die Italiener: Weinerliche Reaktionen auf die österreichische Ankündigung, bei Zunahme der illegalen Migration am Brenner mittels Grenzkontrollen gegenzusteuern. Es liegt aber in der Hand der Italiener selbst, dafür zu sorgen, ob am Brenner kontrolliert wird oder nicht. Man braucht ja nur für eine ordentliche Sicherung der Schengen-Aussengrenze Sorge zu tragen.

Hier Österreich zu kritisieren, dass es - gegebenenfalls - für eine funktionierende Einreisekontrolle sorgen will, ist nur ein Ablenkungsmanöver. Vielleicht, um das eigene Versagen zu kaschieren?

Ganz abgesehen davon, dass Italien und die anderen Österreich-Kritiker in der EU vergessen, dass Deutschland in Kufstein und am Walserberg nichts anderes macht. Aber das stört offenbar die Österreich-Kritiker nicht, oder?
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