02.10.2014, 10:36 Uhr

Muader, Herrn, Hunderl und der Geist der Ahnen

Die Diskussion um Söhne und Töchter in der Bundeshymne hat nun auch die Bundesländer erreicht. Oberösterreichs Landeschef findet dass die OÖ-Landeshymne Männer diskriminiert. Warum? Die Strophe "Hoamatland, di han i so gern. Wiar a Kinderl sein Muader, a Hünderl sein' Herrn." würde Männern nur Hunde zuordnen. Blickt man diesbezüglich durch die Lande, findet man einiges an Konfliktstoff. Ein eher traditionelles Rollenbild besingen die Steirer: Da wagt der "Jäger kühn" sein Leben und die "Sennerin jodelt". Ähnlich traditionell ist die Lage in Kärnten, "wo Mannesmut und Frauentreu' die Heimat sich erstritt aufs neu'". Dass Salzburg ob der Zeilen "Land unsrer Väter, lass' jubelnd dich grüßen" nicht längst grobe Wickel hat, ist ob der aufgeheizten Stimmung verwunderlich. Auch Tirol besingt die Heldentaten eines einzelnen Mannes, neben Hofer komplettieren Waffenbrüder und ein Korporal den Männerbund. Genauso männerdiskriminierend wie die Oberösterreicher erinnern sich die Vorarlberger auch nur an "die schönsten Jahre beim lieben, guten Mütterlein." Väter? Fehlanzeige. Wien hat sich offenbar in weiser Voraussicht der Probleme erst gar nicht zu einer Hymne durchgerungen. Das Burgenland ist gendertechnisch aus dem Schneider "Streit, Treue, Fleiß und Redlichkeit." sind tugenden beiderlei Geschlechts. Wir Niederösterreicher können uns die Wickel ebenfalls erste Reihe fußfrei anschauen. Der einzige "Mann" in unserer Hymne ist der "Geist der Ahnen".
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