Daniel Fellner
"Der Zusammenhalt bei ,Vaia' hat mich tief beeindruckt"

Seit einem Jahr Landesrat: Daniel Fellner aus St. Andrä
  • Seit einem Jahr Landesrat: Daniel Fellner aus St. Andrä
  • Foto: Gernot Gleiss
  • hochgeladen von Petra Mörth

Die WOCHE Lavanttal traf den Lavanttaler Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) zum Bilanz-Interview.

WOCHE: Seit Ihrem Antritt als Landesrat ist ein Jahr vergangen. Welche Bilanz ziehen Sie persönlich?
DANIEL FELLNER: Es war ein spannendes, lehrreiches und erfülltes Politikerjahr. Ich bin ganz zufrieden, fühle mich wahnsinnig wohl in dieser Rolle. Das hätte ich zuerst nicht gedacht, weil es nie mein Bestreben war in die Landespolitik zu gehen, sondern ich wäre lieber als alles andere Bürgermeister von St. Andrä geworden, aber manchmal spielt das Leben eben nicht so, wie man will. Ich bereue diesen Schritt überhaupt nicht.

Wann klingelt bei Ihnen der Wecker?
An jedem zweiten Tag klingelt er um 4.45 Uhr und an den anderen Tagen geht er um 6 Uhr ab. Der Wecker klingelt deshalb um 4.45 Uhr, weil ich eine nette Laufrunde entlang der Lavant habe, auf der ich jeden zweiten Tag in der Früh eine Stunde laufen gehe.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Landesrat Daniel Fellner aus?
Der typische Arbeitstag sieht so aus, dass ich um 6.45 Uhr mit dem Marco Radl (Chauffeur; Anm. d. Red.) von zuhause nach Klagenfurt losfahre. Meistens beginnen die Termine zwischen 8 und 8.30 Uhr, vorher schaue ich noch, dass es einen Kaffee gibt. Eine normale Arbeitswoche hat zwischen 80 und 100 Stunden. Davon sitze ich ungefähr ein Drittel im Auto, zirka ein Drittel bin ich im Büro und ungefähr ein Drittel entfällt auf Auswärtstermine.

Wie lange dauert der Arbeitstag?
Wir kommen meistens zwischen 21 und 22 Uhr nachhause.

Wann schläft der Herr Landesrat dann ein?
Zuhause ratsche ich noch ein bisschen mit der Frau und dann gehe ich um Mitternacht schlafen.

Sie kommen mit wenig Schlaf aus?
Ja. Aber dafür gehe ich dann alle paar Wochen oder einmal im Monat mit meinem jüngsten Sohn Matteo um 20 Uhr schlafen und dann schlafe ich mit ihm bis am nächsten Tag entweder bis 4.45 Uhr oder bis 6 Uhr durch. Dann holt sich der Körper wieder ein bisschen mehr Schlaf.

Was hat sich mit dem Wechsel von der Kommunal- in die Landespolitik am meisten in Ihrem Leben verändert?
Die Intensität in der Landespolitik ist eine andere als in der Kommunalpolitik. Ich habe im letzten Jahr ungefähr 1.400 Termine absolviert. Was sich auch geändert hat, ist das Service drumherum, denn ich habe ein sensationelles Team, meine Mitarbeiter sind supergenial. Früher als Vizebürgermeister war es so, dass ich von der Idee bis zur Umsetzung alles allein gemacht habe, jetzt als Landesrat sind es immer ganz viele Menschen, die einen begleiten.

Als Gemeindereferent sind Sie ein Verfechter der interkommunalen Zusammenarbeit – nicht nur von Nachbargemeinden, sondern auch von entfernt liegenden Kommunen. Gibt es schon ein Beispiel dafür?
Ich freue mich wahnsinnig, dass es schon viele Bestrebungen gibt, dem zu entsprechen. Dass man vom Kirchturmdenken wegkommt und sich nicht nur als eigene Gemeinde, sondern als Region wahrnimmt und mit dem Konkurrenzdenken aufhört. Da gibt es im Bereich von Spittal, Hermagor und Völkermarkt vieles.

Und im Lavanttal?
Im Lavanttal sieht es so aus, dass ich mit allen Bürgermeistern mehrmals zusammengesessen bin, das letzte Mal erst vor wenigen Wochen in meinem Büro. Von der Grundeinstellung her sagen alle, ja, wir machen einen interkommunalen Industrie- und Gewerbepark unabhängig von irgendwelchen Unternehmungen. Die Bereitschaft sich als Region zu sehen, ist im Lavanttal sehr, sehr groß. Wir waren schon einmal vor zehn Jahren sehr weit, aber jetzt glaube ich, dass uns nichts mehr hindern wird.

Auf welches Erlebnis sind Sie in Ihrem ersten Jahr als Landesrat besonders stolz?
Auf den Zusammenhalt beim Sturmtief "Vaia". Das hat mich tief beeindruckt, wie wir das in Summe mit allen Beteiligten – vom kleinsten Feuerwehrmann bis zum Katastrophenschutzreferenten – alle zusammen in so einem freundschaftlichen Umgang mit so viel Vertrauen so gut gemeistert haben. Das tut heute noch gut zu sehen, wie wir da im Ernstfall zusammenhalten.

Welcher große Brocken fordert Sie aktuell am meisten?
Das Raumordnungsgesetz ist ein Riesenbrocken. Wir können einfach nicht so weitertun, wie wir es bis jetzt gemacht haben. Und das muss in alle Köpfe hinein.

Interview: Petra Mörth
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Zur Person:

Name: Daniel Fellner
Geburtstag: 19. Jänner 1977
Wohnort: Blaiken, St. Andrä im Lavanttal
Beruf: seit dem 12. April des Vorjahres Landesrat in der Kärntner Landesregierung
Familienstand: seit dem Jahr 2009 mit der Lehrerin Sandra Fellner verheiratet, drei Söhne namens Matteo, Noah und Julian
Hobbys: Gleitschirmfliegen, Imkern
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Lesen Sie dazu auch:

Mit Blaulicht in die Landespolitik (1. Mai 2018)

Autor:

Petra Mörth aus Wolfsberg

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