Wolfsberg
Das Rauchen hat ein Ende

Ab ersten November darf in den heimischen Gaststätten nicht mehr geraucht werden
  • Ab ersten November darf in den heimischen Gaststätten nicht mehr geraucht werden
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  • hochgeladen von Simone Koller

Bald gehört das Rauchen in den österreichischen Gastronomiebetrieben der Vergangenheit an.

WOLFSBERG. Ab November ist Rauchen an allen öffentlichen Orten, wo Speisen und Getränke konsumiert werden, verboten. Die WOCHE sprach mit den Betreibern ursprünglicher Raucherlokale, die nun vom Qualm befreit werden sollen.

Neues Rauchergesetz

Nachdem mit 1. Jänner 2019 die Altersgrenze beim Rauchen von 16 auf 18 Jahre angehoben wurde, folgt nun das Rauchverbot in österreichischen Gaststätten. Somit darf an allen öffentlichen Orten, an denen Speisen sowie Getränke produziert, verarbeitet, serviert oder konsumiert ab 1. November nicht mehr geraucht werden. Darunter fallen auch Versammlungen in Pfarrsälen und Feuerwehrfeste, Festzelte, Mehrzweckräumlichkeiten sowie schulische Einrichtungen und Freiflächen, in denen Kinder und Jugendliche beaufsichtigt und beherbergt werden. Die einzige Ausnahmen sind momentan nur Gastgärten, Terrassen oder Lauben. Außerdem gilt das neue Gesetz neben normalen Zigaretten auch für E-Zigaretten und Shishas. 

Wohin mit den Rauchern?

Diese Frage quält viele Wirte, da sie ihren Gästen auch in Zukunft eine Möglichkeit zum Qualmen bieten wollen. "Wir möchten das Rauchen im Außenbereich so gemütlich wie möglich gestalten. Auf unserer beheizten Terrasse werden die Raucher auch im Winter vor Wind und Wetter geschützt sein", erklärt Manuel Wutscher, Inhaber des Embassy Wolfsberg. Jedoch ist es für ihn fraglich, inwieweit man das Rauchen im Lokal ständig verbieten kann. Obwohl im Embassy bereits über die Mittagszeit Rauchverbot herrscht, ist es in den Abendstunden für viele Gäste unvorstellbar. "Vor allem in Bars und Discos, die bis in die frühen Morgenstunden offen haben, wird man früher oder später den Überblick verlieren", meint Wutscher. Außerdem glaubt er, dass es immer Lokale geben werde, die das Verbot missachten und das Rauchen im Lokal teilweise beibehalten werden.  

Weniger Gäste

Durch den hohen Raucheranteil in der heutigen Gesellschaft fürchten die Wirte um ihre Gäste. Viele Raucher, für die eine Zigarette zum Kaffee oder nach dem Essen einfach dazugehört, können dieser Gewohnheit bald nicht mehr nachgehen. Zukünftig werden auch die Gäste des Segafredo in Wolfsberg draußen vor der Tür rauchen müssen. Dennoch glaubt der Inhaber Dominic Himmel, dass sie sich dadurch aber nicht vertreiben lassen. "Ab ersten November stehen keine Aschenbecher mehr auf den Tischen. Das wird die einzige Veränderung sein", so Himmel. 

Teurer Umbau

Aufgrund des räumlich abgetrennten Raucherbereichs, der in den letzten Jahren gesetzlich vorgeschrieben war, mussten viele Wirte in kostspielige Umbauarbeiten investieren. So verfügt auch die Konditorei/Café Eberhard seit fünf Jahren über einen eigenen Raucherbereich. Die Gesamtkosten für den Umbau betrugen damals zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Heute ärgert sich der Inhaber Alois Johann Eberhard über das neue Gesetz, da anscheinend jegliche Investitionen in einen separaten Raucherbereich umsonst waren. Außerdem will der Inhaber die Raucher nicht vor die Tür setzen müssen. "Ich wünsche mir ein friedliches Miteinander zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Bei mir sind alle herzlich willkommen", so Eberhard, der selbst aus Überzeugung nicht raucht, aber auch seine rauchenden Gäste sehr schätzt. 

Extra Reinigung

Um den Rauch aus den Räumen zu bekommen, müssen viele Vorkehrungen getroffen werden. Von Ausmalen bis zur gründlichen Reinigung der Polstermöbel steht alles am Programm. Jedoch sehen die Lavanttaler Wirte dem neuen Gesetz entspannt entgegen, da diese Reinigungsarbeiten ohnehin getan werden müssen. Auch Nico Grilz, Geschäftsführer des Monte Lupo und Sixties, nimmt das neue Rauchergesetz mit Gelassenheit und muss deswegen keinen großen Aufwand betreiben. "Endlich wird den andauernden Diskussionen, wann und wo geraucht werden darf, ein Ende gesetzt. Das ständige Hin und Her ist somit Geschichte", betont Grilz.

Autor:

Simone Koller aus Wolfsberg

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