Wirtschaft
Regionalität soll gestärkt werden

Regional und nachhaltig: Fleisch von heimischen Direktvermarktern zu kaufen, kann den Tieren viel Leid ersparen.

Tierleid, das durch Kälber-Transporte entsteht, hat in den letzten Wochen für Aufregung gesorgt.

BEZIRK WOLFSBERG. Kürzlich hat die Berichterstattung über den Leidensweg heimischer Kälber beim Transport in ferne Länder für viel Aufregung und Entsetzen gesorgt. Franz Zarfl, Bezirksobmann des Kärntner Bauernbundes, rät, Fleisch bei Produzenten vor Ort zu kaufen und Konsumentenbewusstsein durch nötiges Hintergrundwissen zu schaffen. 

Umdenken bei Konsumenten

Die Kälber wurden in Österreich geboren, in Spanien gemästet und schließlich im Libanon geschlachtet. Über 21 Stunden waren die Kälber auf dem Weg unversorgt, weil es keine geeigneten Tränksysteme auf den Transportern gäbe. Die männlichen Kälber werden bereits im Alter von zwei Wochen auf diese Reise geschickt und in fernen Ländern gemästet, weil die heimische Mast als unrentabel gilt. Das Fleisch wird dann wieder importiert. Das Bekanntwerden dieser Umstände hat bei Tierschützern für einen Aufschrei gesorgt. Es sorgt aber auch für ein Umdenken bei den Konsumenten.

Bewusstsein schaffen

"Das Wichtigste ist, dass die Bauern den Tieren eine schöne Lebenszeit bieten und bei Konsumenten ein Bewusstsein geschaffen wird", so Zarfl. In gewisser Weise sind dabei auch Konsumenten gefordert, sich ein Hintergrundwissen bezüglich der Landwirtschaft anzueignen. Aus Protest kein Fleisch mehr zu essen, macht wenig Sinn: "Dadurch wird Leben verhindert." Dem Export kann nur entgegengewirkt werden, wenn regionale Produkte gekauft werden.
Dies betrifft aber nicht nur die privaten Haushalte, sondern auch den öffentlichen Bereich. "Vor allem in Gastronomiebetrieben wäre es wichtig, dass heimischen Erzeugnissen der Vorzug gegeben wird", betont der Bezirksobmann. Weiters sollte die Bewusstseinsbildung schon im Kindesalter beginnen, wie Zarfl meint: "Lebensmittelkunde gehört bereits in der Volksschule in den Stundenplan integriert." 

Fleisch aus der Region

Das Fleisch bei einem Direktvermarkter zu erwerben, bietet jedem die Chance, den Kauf von regionalen Produkten zu unterstützen. "Für manche Konsumenten ist der damit verbundene Aufwand vielleicht zu groß, aber das qualitativ hochwertige Fleisch ist auf jeden Fall leistbar", erklärt Zarfl. Außerdem soll mit der neuen Linie der bäuerlichen Genossenschaft Kärntner Fleisch "Kalb Rosé" dem Langstreckentransport von männlichen Kälbern der Milchviehbetriebe entgegengewirkt werden: Sie werden acht Monate am Hof fertig gemästet und anschließend im Inland vermarktet. 

"Gutes vom Bauernhof"

Heimische Direktvermarkter bieten eine Vielzahl von hochwertigen Lebensmitteln an. In Österreich gibt es rund 1.700 bäuerliche Direktvermarkter unter der Marke "Gutes vom Bauernhof", die geprüfte Qualität der Waren garantiert. Verkauft wird, was direkt am Hof gewachsen und verarbeitet wurde. Durch strenge Auflagen und regelmäßige Kontrollen garantiert die Dachmarke eine besonders hohe Qualität der Produkte für Konsumenten, die Sicherheit bezüglich Herkunft, Herstellungsart und Qualität der Nahrungsmittel wollen. Auch im Bezirk Wolfsberg gibt es Direktvermarkter, die ihre Produkte unter dieser Dachmarke anbieten.

Themenabend

Am 20. März veranstaltet Graf's Gastronomy einen Themenabend unter dem Motto "From nose to tail – Alles vom Rind". Dabei wird im Restaurant Spectrum ein 5-Gänge-Menü mit hoher Fleischqualität aus Österreich serviert. Jeder Gang ist darauf ausgelegt, aufgeteilt zu werden: In der Mitte des Tisches stehen die Gerichte und jeder nimmt sich das, worauf er Lust hat. Die Kosten belaufen sich auf 36,90 Euro pro Person. Aufgrund der begrenzten Plätze wird um eine Reservierung gebeten.

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Zur Sache

Bezirk Wolfsberg: Im Lavanttal zählt man momentan über 4.000 Grundbesitzer.
Bauern: Von den 4.000 Grundbesitzern sind 1.700 aktive Bauern, wovon 63 Prozent im Nebenerwerb tätig sind.
Gutes vom Bauernhof: In Österreich gibt es insgesamt 1.700 bäuerliche Direktvermarkter unter dieser Marke.
Übersicht: Eine Übersicht der Direktvermarkter von "Gutes vom Bauernhof" aus dem Bezirk Wolfsberg finden Sie auf: www.gutesvombauernhof.at

Autor:

Simone Koller aus Wolfsberg

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