02.02.2018, 13:20 Uhr

Grippe: In den ersten 48 Stunden einen Arzt aufsuchen - mit UMFRAGE

Heuer gibt es mehr Grippekranke im Lavanttal als im Vorjahr (Foto: MEV Verlag GmbH)

Ist man an der echten Grippe erkrankt, sollte man so schnell wie möglich zum Arzt gehen und sich richtig auskurieren.

LAVANTTAL. Die Nase rinnt, der Kopf brummt und der Hals schmerzt. Die erste Grippewelle des Jahres hat mittlerweile auch das Lavanttal erreicht. Amtsärztin Elisabeth Hipfl und Ärztin für Allgemeinmedizin Michaela Tschernigg haben mit der WOCHE darüber gesprochen, wie man sich gegen die Grippe schützen kann und was man tun kann, um die Heilung zu beschleunigen, wenn man erkrankt ist.


Rechtzeitig zum Arzt

In diesem Jahr gibt es laut der Amtsärztin mehr Grippekranke als im Vorjahr, das bestätigen sowohl das Krankenhaus als auch die Häusärzte im Tal. "Wenn man an einer Grippe erkrankt ist, sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, denn innerhalb von 48 Stunden gibt es die Möglichkeit ein Medikament einzunehmen und damit die Grippeviren abzutöten oder abzuschwächen", rät Hipfl. "Eine medikamentöse Behandlung hilft nur, wenn sie schnell erfolgt. Wenn allerdings nach ein paar Tagen schon sehr viele Grippeviren im Körper sind, ist die Einnahme des Medikamentes wirkungslos", ergänzt Michael Tschernigg.




Richtig auskurieren

Werden die Medikamente nicht mehr rechtzeitig eingenommen und man erkrankt an der Grippe, ist es wichtig, sich zu schonen und gut auszukurieren. Das dauert im Durchschnitt zwei Wochen. "Manche Patienten fühlen sich auch danach noch für einen längeren Zeitraum müde und antriebslos. Dies hängt natürlich auch von der allgemeinen Konstitution des Betroffenen ab", so Tschernigg.


Die Impfung schützt

Schutz gegen die Erkrankung kann laut den beiden Ärztinnen eine Grippeimpfung bieten. Gesunde Menschen seien laut Hipfl durch die Grippeimpfung zu 80 bis 90 Prozent vor der Erkrankung geschützt. Vorausgesetzt, der entsprechende Virusstamm ist in der Impfung enthalten. "Die Impfung reduziert aber auf jeden Fall Komplikationen, Hospitalisierungen und Todesfälle."

Schutz nach zehn Tagen

Möglich sind Infektionen jedoch innerhalb der ersten zehn Tage nach der Impfung trotzdem. "In diesem Zeitraum ist der Schutz noch nicht vollständig gegeben.
Ein abgemilderter Verlauf der Erkrankung ist aber möglich", erklärt Tschernigg. "Die Grippeimpfung ist besonders wichtig für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit chronischen Krankheiten und Immundefekten , Betreuungspersonen, wie medizinischem Personal, und ältere Personen" ergänzt Hipfl.

ZUR SACHE: SCHUTZ GEGEN DIE GRIPPE

- Menschenansammlungen meiden
- Händewaschen (mit warmen Wasser und ausreichen Seife verwenden, mindestens 30 Sekunden lang)
- Begrüßungsküsse meiden
- Regelmäßiges Lüften der Räume
- Ausgewogene Ernähung
- Bewegung an der frischen Luft

UNTERSCHIED ZWISCHEN DER GRIPPE UND DEM GRIPPALEN INFEKT:

Eine echte Grippe beginnt typischerweise plötzlich.
Aus vollem Wohlbefinden heraus fühlt sich der Patient auf einmal schwerkrank.
Fieber über 38,5 Grad Celsius, Schüttelfrost, trockener Reizhusten. Muskel- und/oder Kopfschmerzen kommen hinzu.
Bei Kindern können auch plötzliche Übelkeit, Hautauschlag und Durchfall auf eine Grippe hinweisen.
Schnupfen ist hingegen bei einer echten Influenza eher die Ausnahme.
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