06.12.2017, 12:24 Uhr

Bevölkerungszahlen: Ein großes Plus für St. Georgen

Als einzige Gemeinde konnte St. Georgen Einwohner dazugewinnen

Die Bevölkerungszahl ist im Lavanttal gesunken, das zeigen aktuelle Zahlen der Statistik Austria. Nur St. Georgen kann 2015/16 ein Plus verbuchen.

LAVANTTAL. Vor Kurzem wurden von der Statistik Austria die Bevölkerungszahlen veröffentlicht, die die Basis für die Zuteilung von den Ertragsanteilen im Finanzjahr 2018 (siehe Grafik) bilden. Maßgeblich dafür ist der Bevölkerungsstand vom 31. Oktober 2016.


Weniger Wolfsberger

Prognosen weisen Kärnten als Schlusslicht der Bevölkerungsentwicklung aus. Auch im Lavanttal ist dieser Trend im Berechnungszeitraum 2015/16 sichtbar. Von insgesamt neun Gemeinden konnte nur eine Gemeinde die Bevölkerungszahl steigern. Diese Zahl ist die wichtigste Komponente für die Verteilung der Ertragsanteile. Die Zahlen der Statistik Austria zeigen, dass die Stadtgemeinde Wolfsberg die meisten Einwohner verloren hat. Vom 31. Oktober 2015 auf 31. Oktober 2016 haben insgesamt 38 Menschen die Stadtgemeinde verlassen. Da jedoch der 31. Oktober maßgeblich für diese Zahlen ist, handelt es sich laut Wilfried Truppe von der Stadtgemeinde Wolfsberg dabei um einen kleinen statistischen Ausreißer. "Denn Wolfsberg hat von allen Gemeinden seit der letzten Volkszählung die deutlich beste Einwohnerentwicklung."

Landflucht in St. Paul

"Da der abgestufte Bevölkerungsschlüssel, der für die Aufteilung der Ertragsanteile angewandt wird, in Stufen zu mehreren Tausend eingeteilt wird, ist eine minimale Zu- oder Abnahme hier nicht relevant" so Truppe weiter. Auch die Gemeinde St. Paul hat insgesamt 32 Bewohner verloren. "Der Rückgang hängt sicherlich mit der Landflucht zusammen", so Amtsleiterin Alexandra Lipovsek. Im Finanzjahr 2016 hat die Gemeinde 2.578.388 Euro an Ertragsanteilen erhalten. "Auch im Finanzjahr 2017 waren es insgesamt 2.551.150 Euro. Unsere Gemeinde hat aber auch 2,2 Millionen Euro an Pflichtausgaben jedes Jahr, die wir damit abdecken müssen." Als einzige Gemeinde im Lavanttal kann St. Georgen einen Zuwachs an Bewohnern verbuchen. Am 31. Oktober 2016 hatte die Gemeinde 31 Einwohner mehr als am Vergleichstag des Jahres 2015.

Vorbildliche Infrastruktur

"Dies ist der Erfolg eines guten Entwicklungskonzeptes. Unser definiertes Ziel war es, aus St. Georgen eine moderne Wohngemeinde zu machen. Das ist bestens gelungen, denn unsere Infrastruktur ist mit so manchen Städten vergleichbar", so Bürgermeister Karl Markut in der WOCHE Lavanttal. Pro Bürger erhält die Gemeinde etwa 760 Euro. "Umso erfreulicher der Mehrertrag für 2018 ist, so sehr hat uns der geringere Betrag im Jahr 2017 geschmerzt. Aber Stichtag ist Stichtag."

ZUR SACHE:

Die Ertragsanteile sind die Haupteinnahmen des ordentlichen Haushaltes einer Gemeinde.
Sie werden monatlich an die Gemeinde ausbezahlt.
Wie hoch die ausbezahlte Summe ist, richtet sich nach der Größe der Gemeinde.
Aufgeteilt wird das Geld nach dem sogannten abgestuften Bevölkerungsschlüssel. Nach diesem erhalten größere Gemeinden einen höheren Betrag pro Einwohner.
Die Bevölkerungszahl am 31. Oktober ist die wesentlichste Komponente für die Verteilung der Ertragsanteile.
Für das Finanzjahr 2018 wird der 31. Oktober 2016 als Stichtag herangezogen.
Bei der Verteilung gilt: Zuerst werden die Anteile der Gemeinden auf die Bundesländer verteilt. Zuletzt erst wird innerhalb des Bundeslandes auf die Gemeinden verteilt, je nach Bevölkerungsentwicklung.
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