03.10.2017, 09:59 Uhr

Lavanttaler kämpft für die Arbeitnehmer

Gewerkschafter: Wolfgang Knes von der SPÖ (Foto: KK)

Die SPÖ schickt Nationalrat Wolfgang Knes als Nummer eins im Wahlkreis Kärnten Ost ins Rennen.

WOCHE: Welche Bilanz ziehen Sie über Ihre erste Periode im Nationalrat?
WOLFGANG KNES:
Wir haben geschaut, dass wir für die Regionen etwas weiterbringen, wie die Koralmbahn. Die ist finanziert, das ist gegessen. Wir mussten auch schauen, dass wir die Goiginger Kaserne retten. Das war ein schwieriges Unterfangen, das letztendlich aber geglückt ist. Die größte Arbeit, die uns monatelang Tag und Nacht beschäftigt hat, war der Hypo-Untersuchungsausschuss. Letzten Endes ist Kärnten nicht in die Pleite gerutscht. Wir haben auch mit der Gewerkschaft Druck aufgebaut, und über 9.000 Unterschriften gesammelt, für die wirklich längst überfällige Steuerreform. Dadurch gelang es den Wirtschaftsmotor richtig anzukurbeln, wenngleich es noch viel zu tun gibt.

Welche drei Anliegen liegen Ihnen für die nächsten fünf Jahre am Herzen?
Der Faktor Arbeit. Also für mich ist wichtig, dass die Arbeit mehr aufgeteilt wird, dass mehr Menschen eine Arbeit bekommen, die keine haben, und dass die, die eine haben, nicht so belastet werden, dass sie krank werden. Mein zweites Riesenthema seit jeher ist Frauenarbeit. Da sehen wir leider, dass viel in die falsche Richtung geht. Prekäre Arbeitsverhältnisse, Teilzeit, Geringfügigkeit, Altersarmut. Da muss gegenreguliert werden. Wir haben zwar die Mindestpension schon auf 1.000 Euro angehoben, das ist eine richtige Entwicklung, aber noch nicht das, was ich will. Drittens müssen wir mit dem Gespenst aufhören, dass unsere Pensionen nicht gesichert sind. Und da mache ich eine klipp und klare Ansage: Wir Arbeitnehmer zahlen 90 Prozent unserer Beiträge selbst, der Staatszuschuss beträgt maximal zehn Prozent. Wir tragen unsere Pensionen also selbst. In anderen Sparten, so wie bei den Landwirten, da zahlt der Staat 80 Prozent Zuschuss, da müssen wir uns etwas überlegen. Da fließen auch keine Beiträge. Das kann in unserer Gesellschaft, in der immer von Solidarität geredet wird, aber wirklich nicht sein. Was ich damit sagen will: Die Pensionen sind gesichert, auch langfristig und vor allem das Pensionsalter ist gesichert.

Zur Sache: Wahlkreis Kärnten Ost (2D)
Die jeweils ersten fünf Kandidaten im Wahlkreis Kärnten Ost (2D) für die Bezirke Wolfsberg, Völkermarkt und St. Veit an der Glan sind folgende:
SPÖ: Wolfgang Knes (St. Stefan), Evelin Pircer (Bad Eisenkappel) Roland Neubauer (St. Veit), Nicole Strodl (Bad St. Leonhard), Gerhard Visotschnig (Neuhaus)
ÖVP: Johann Weber (St. Stefan), Karin Forsthuber (St. Andrä), Martin Gruber (Kappel), Sarah Klatzer (Bleiburg), Rudolf Egger (St. Veit)
FPÖ: Christian Ragger (Frantschach-St. Gertraud), Franz Pirolt (Straßburg), Josef Lobnig (Haimburg), Rosemarie Schein (St. Paul), Josef Ofner (Hüttenberg)
Die Grünen: Stefan Grauf-Sixt (Völkermarkt), Barbara Maier (Klagenfurt), Anna Wulz (Völkermarkt), Klaus Knafl (St. Veit), Susanne Dohr (Wolfsberg)
Neos: Bernard Smrtnik (Bad Eisenkappel), Hans Volina (St. Veit), Robert Puchner (Friesach)
Die vorgezogenen Nationalratswahlen 2017 finden in Österreich am 15. Oktober statt.


Wie soll es nach dem 15. Oktober weitergehen?
Für mich ist wichtig, dass Christian Kern als erstes durch das Ziel geht, das ist ein Muss, weil sonst sieht Österreich komplett anders aus. Es wird dann natürlich darauf ankommen, wie die ÖVP durch das Ziel geht. Mit der alten ÖVP möchte ich ehrlich gesagt nichts mehr zu tun haben, weil wir haben Themen im Kreis zerredet, wo die ÖVP nie mitgegangen ist.

Zur Person:
Name: Wolfgang Knes
Geburtstag: 24. Februar 1964
Wohnort: St. Stefan
Familienstand: verheiratet, eine Tochter, ein Sohn
Beruf: Maschinenschlosser und Papiertechniker gelernt, heute Weltbetriebsratsvorsitzender bei "Mondi"
Politik: 2003 als Gemeinderat in Wolfsberg begonnen, 2004 als Stadtrat angelobt, von 2009 bis 2013 Vizebürgermeister von Wolfsberg, seit 2013 Nationalratsabgeordneter für die SPÖ
Hobbys: Familie, Mountainbiken, Schwimmen, Spazierengehen


Interview: Petra Mörth

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