14.10.2014, 10:00 Uhr

"Man muss durch Krise durchtauchen"

Baumeister Wilhelm Wagger: sein Unternehmen wirkt hauptsächlich in Kärnten und der Steiermark (Foto: KK)
2015 startet Waggerbau aus St. Gertraud mit neuem Wohn-Projekt in Wolfsberg.
eva-maria.peham@woche.at


FRANTSCHACH-ST. GERTRAUD. Baumeister Wilhelm Wagger spricht im WOCHE Interview über aktuelle Bauprojekte im Lavanttal und die Zukunft der Branche.

WOCHE: Wann wurde Ihr aktuelles Bauprojekt in der Wolfsberger Innenstadt am Areal des ehemaligen Kino Schüssler fertiggestellt?
Wilhem Wagger: Ende September, nach einjähriger Bauzeit. Die Wohnnutzfläche des Gebäudes beträgt 1360 m2 – 16 Wohn- und Geschäftseinheiten. Die Projektkosten liegen bei ca. 3,6 Millionen Euro.
War das Ihr größtes Projekt und welche anderen setzen Sie derzeit um?
Wir bauen wesentlich größere Bauprojekte, wie jenes im Zentrum von Graz, wo wir gerade 150 Wohneinheiten in zwei Baustufen nach zweijähriger Bauzeit fertig gestellt haben. Im Lavanttal haben wir sonst noch einige private Baustellen.
Wie sehen Ihre Pläne im Lavanttal aus?
Wir verfolgen weitere Bauträger-Projekte im Raum Wolfsberg, die zum Teil noch in der Entwicklungsphase sind. Ein ganz aktuelles, modernes und exklusives Wohnprojekt ist das in der 10. Oktoberstraße. Dieses kleine aber architektonisch sehr anspruchsvolle Projekt verfügt über acht Wohneinheiten mit großen Terrassen, Tiefgarage, Liftanlage, usw. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr 2015.
Wo baut Waggerbau derzeit noch?
Wir errichten viele private Wohngebäude – Niedrigenergie- und Passivhäuser – in massiver Bauweise mit Ziegel, Mantelbeton und Stahlbeton, zurzeit hauptsächlich in Kärnten und der Steiermark mit Fokus auf Graz bzw. Graz-Umgebung. Ansonsten geht unser Aktionsradius bis Wien und Salzburg.
Ist es derzeit für Baufirmen schwierig, an Aufträge zu kommen?
Wirklich ,gute' Aufträge sind zur Zeit nicht möglich, da die Nachfrage am Markt kleiner geworden ist und der öffentliche Auftraggeber viel zu wenig investiert. Aufgrund der Schuldenpolitik ist zu wenig Geld vorhanden. Zur Veranschaulichung: durch das voraussichtliche Steueraufkommen für das Hypo-Desaster hätten rund 70.000 Wohnungen errichtet werden können.
Wo sehen Sie derzeit die Herausforderungen in der Baubranche, die sich nach wie vor in der Krise befindet?
Die Herausforderung wird sein, dass man durch diese Krise durchtaucht. Das setzt aber voraus, dass eine Firma breit aufgestellt sein muss und in verschiedenen Sektoren der Bauwirtschaft tätig ist.
Wie sehen Sie aus heutiger Sicht die Zukunft für die Baubranche?
2015 wird aus meiner Sicht ein schwieriges Jahr für die Baubranche. Die Zukunft in der Baubranche kann man schwer voraussagen, gebaut wird jedoch immer werden und die Bauwirtschaft ist ein sehr wichtiger Indikator in der Gesamtwirtschaft.
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