Landesgericht Krems
15-Jähriger bedrohte Eltern mit dem Umbringen

Verhandlung am Kremser Landesgericht.
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  • hochgeladen von Kurt Berger

Das Bürschchen aus dem Bezirk Zwettl auf der Anklagebank sieht aus wie ein Milchbubi. Doch der Schein trügt. Am 6. März 2020 rastete der betrunkene Jugendliche in seinem Elternhaus aus, zückte ein Messer und drohte seinen Eltern sie nachts zu erstechen. Außerdem drohte er, dass er demnächst wieder nach Tschechien fahren, dort ein Schrotgewehr kaufen und die Eltern sowie die einschreitenden Polizeibeamten erschießen werde.

Auf Vater losgegangen

Wie es dazu kam, wollte die Richterin bei der Verhandlung gegen den damals noch 15-Jährigen am Kremser Landesgericht wissen. „Ich war unterwegs und hatte zu viel getrunken. Ich habe zu Hause angerufen, um mir die Erlaubnis zu holen, auswärts zu übernachten. Mein Vater hat das abgelehnt und die Eltern haben mich abgeholt. Ich war sauer. Zuhause bin ich auf meinen Vater losgegangen. Dann habe ich ein Klappmesser aus der Tasche gezogen und meinen Eltern gedroht, sie abzustechen. Mein Vater hat es mir aus der Hand geschlagen, und wir begannen zu raufen. Meine Mutter hatte Angst und hat die Polizei gerufen.“

Im Zimmer randaliert

Der Vater bestätigt die Angaben und erzählt im Zeugenstand wie es weiter ging. „Die Beamten haben mit ihm geredet. Dann hat er sich etwas beruhigt. Als die Polizei weg war, ist es wieder losgegangen. Er hat in seinem Zimmer randaliert und gegen die Möbel getreten. Da haben wir wieder die Polizei gerufen. Wir hatten Angst, dass er uns womöglich etwas antut. Sichtlich bewegt räumt der Vater ein, dass er an den Konflikten mit dem Sohn auch Schuld habe. Ich war zu streng und aufbrausend. Bei der Familientherapie habe ich gelernt, mehr zuzulassen und gelassener zu sein.“
Die Mutter war ebenfalls im Gerichtssaal anwesend, sagte jedoch nicht aus.
Der Beschuldigte meinte bei der weiteren Befragung, „dass der Alkohol schuld sei, wenn er ausraste. Derzeit verstehe er sich besser mit den Eltern und absolviere eine Lehre“.

Betreuer angegriffen

Neben der gefährlichen Drohung durch Mord war auch noch Körperverletzung angeklagt. Der Bursche hatte am 6. März 2020 in einer Betreuungseinrichtung, in der er in der Zwischenzeit untergebracht war, einen Betreuer, der ihn wecken wollte, in den Bauch geboxt und diesem einen Wecker an den Kopf geworfen. Der Betreuer sagte aus, dass er keine nennenswerten Verletzungen erlitten habe und kein Schmerzensgeld wolle.

Fortschritte

Eine Sozialarbeiterin gab an, dass der Jugendliche gute Fortschritte mache. Sie sehe ihn alle 14 Tage zum Gespräch und er könne jederzeit telefonisch Kontakt mit ihr aufnehmen, wenn er Probleme habe.

Drei Monate bedingt

Die Richterin fällte ein Urteil von drei Monaten bedingter Haft mit dreijähriger Bewährung sowie der Weisung die Familientherapie fortzusetzen und Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen. Damit waren Verteidigung und Staatsanwaltschaft zufrieden. Rechtskräftig. -Kurt Berger

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