Spechtler mit vier Propellern

BEZIRK ZWETTL. Sie sind ab 100 Euro zu haben und heben immer öfter in den Himmel über dem Bezirk ab. Doch nicht immer sind Drohnen ein Spaß für alle Beteiligten. Im Wienerwald führte ein Fluggerät Anfang Juli zu einem Polizeieinsatz, weil der Pilot eine Nachbarin beim Sonnenbaden filmte. Die Bezirksblätter fragten Experten und Hobbypiloten, worauf man beim Betrieb einer Drohne achten muss.

Keine Anzeigen

Bislang gibt es im Bezirk Zwettl laut Bezirkspolizeikommando zwar keine Anzeigen wegen des Betriebs von Drohnen, jedoch herrscht selsbt bei Besitzern teilweise große Unwissenheit über die rechtlichen Bestimmungen.
"Grundsätzlich steht jedem Menschen das Recht am eigenen Bild zu, sodass Aufnahmen, seien es nun Fotos oder Videos, die den einzelnen Menschen zum Mittelpunkt haben, die ohne Zustimmung aufgenommen wurden, und für die kein begründetes Informationsinteresse des Aufnehmenden bestehen, grundsätzlich unzulässig sind. Der Betroffen hat den Anspruch die Aufnahme löschen zu lassen und kann bei Wiederholungsgefahr die zukünftige Unterlassung von Aufnahmen begehren", erklärt Rechtsanwalt Gerhard Rößler auf Bezirksblätter-Anfrage. Somit kann schon das Überfliegen eines Wohngebietes sehr problematisch werden.
Eine systematische Überwachung ist laut Rößler jedenfalls unzulässig und kann hohe Verwaltungsstrafen nach sich ziehen.

Meldung bei Austro Control

Das Fliegen mit Drohnen bis zu einer Bewegungsenergie von 29 Joule unterliegt keinen Beschränkungen des Luftfahrtsgesetzes. Darüber hinaus ist eine Bewilligung der Austro Control erforderlich. Diese bewilligte alleine im ersten Halbjahr 2017 rund 1.100 Drohnen.
"Ob ein Schwimmbadbetreiber das Fliegen mit Drohnen in seinem Betrieb erlaubt, kann er aus meiner Sicht frei vereinbaren etwa durch die Festlegung in seiner Haus-/Badeordnung", geht Rößler auch auf den Fall im Wienerwald kurz ein.

"Abschießen" nicht erlaubt

"Ein eigenmächtiges „Abschießen“ von Drohnen ist jedenfalls unzulässig und bei vorsätzlicher Begehung auch ein Straftatbestand", so der Anwalt.
Der juristisch richtige Weg sich gegen unzulässige Aufnahmen oder übermäßiges und gefährliches Überfliegen durch Drohnen zu wehren ist eine Klage auf Unterlassung. "Dazu ist allerdings eine Beurteilung im Einzelfall vorzunehmen", so Rößler abschließend.

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