Rabiater vor Gericht
Streit ums Kind: Mit der Axt die Haustür eingeschlagen

Verhandlung am Landesgericht Krems.
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Anklage wegen gefährlicher Drohung, Nötigung und Sachbeschädigung am Kremser Landesgericht. Wegen dieser Delikte stand ein aus Waidhofen/Thaya stammender und nun im Bezirk Zwettl wohnhafter 57-Jähriger vor der Richterin.

Seine geschiedene Frau lebte 2015 mit der gemeinsamen Tochter bei ihrem Vater in einem Haus im Bezirk Gmünd. Es bestand ein vereinbartes Besuchsrecht des Kindsvaters. Der Mann wollte am 5. Juli dort seine Tochter in Begleitung eines Freundes abholen.

Er läutete, aber der Schwiegervater weigerte sich, ihm das damals 5-jährige Mädchen zu übergeben. Daraufhin fuhr der Angeklagte zur Polizei, um sein Besuchsrecht einzufordern. Als ihm die Beamten erklärten, dass sie nicht zuständig seien, kehrten der Mann und sein Freund zum Haus der Ex-Frau und des Schwiegervaters zurück.

Dort angekommen, stieg der Mann aus, nahm eine Axt aus dem Kofferraum des Autos und begann die Haustüre einzuschlagen. Gleichzeitig stieß er Drohungen, wie, „kumm oba, sunst kumm i rauf und daschlog di“ aus.

Der Schwiegervater wies seine Tochter und Enkelin an, sich im Schlafzimmer zu verschanzen und rief per Notruf die Polizei. Als sich der Tobende etwas beruhigt hatte, entriss der Freund dem Mann die Axt. Inzwischen traf die Polizei ein und führte den Rabiaten ab. Tags darauf schrieb er eine SMS mit dem Wortlaut, dass sein Schwiegervater schon zu sparen beginnen solle, damit er sich seinen Grabstein leisten könne.

Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte nur zum Vorwurf der Sachbeschädigung geständig. Auf Nachfrage der Richterin, wie er den Inhalt der SMS gemeint habe, sagte der Mann, das sei keine Drohung gewesen. Da der Schwiegervater schon älter sei und man davon ausgehen könne, dass er bald sterben könne, habe er ihm geraten zu sparen.

Schließlich kam vor Gericht auch noch zur Sprache, dass der Beschuldigte, der inzwischen in Spanien lebte, seinem Sohn aus erster Ehe im September 2015 eine E-Mail mit dem Bild eines Grabsteins, auf dem der Name des Sohnes zu sehen war, dazu zu nötigen versuchte ihm Geld nach Spanien zu überweisen. Dazu meinte der Angeklagte vor Gericht, dass er jetzt wieder im Waldviertel lebe und sich mit seinem Sohn ausgesprochen hätte.

Der Schwiegervater, die Ex und der Freund bestätigten vor Gericht die Vorwürfe der Anklage. Die Richterin schenkte den Aussagen der Zeugen Glauben und verurteilte den Waldviertler zu drei Monaten bedingter Haft mit dreijähriger Bewährung. Er muss auch die Prozesskosten tragen sowie Schadenersatz in der Höhe von 3.050 Euro für die zerstörte Haustür leisten. Der Beschuldigte nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft erhob keine Rechtsmittel. Rechtskräftig. -Kurt Berger

Autor:

Kurt Berger aus Krems

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