Zwettls Geschichte als Großprojekt: Erste Etappe abgeschlossen

Gabriele Kramer-Webinger, Bürgermeister Franz Mold, Joachim Adolf und Stadtarchivarin Elisabeth Moll (hinten v. l. n. r.) sowie Oliver Kühschelm, Josef Prinz, Stadtarchivar Friedel Moll, Stefan Eminger, Martin Scheutz und Roman Zehetmayer (vorne v. l. n. r.) freuten sich, einen ersten "Etappensieg" feiern zu können.
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  • Gabriele Kramer-Webinger, Bürgermeister Franz Mold, Joachim Adolf und Stadtarchivarin Elisabeth Moll (hinten v. l. n. r.) sowie Oliver Kühschelm, Josef Prinz, Stadtarchivar Friedel Moll, Stefan Eminger, Martin Scheutz und Roman Zehetmayer (vorne v. l. n. r.) freuten sich, einen ersten "Etappensieg" feiern zu können.
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ZWETTL. Die Stadtgemeinde Zwettl lud zur Präsentation „Zwischen Krisen und Erfolgen – eine Stadt findet ihren Weg“ im Sparkassensaal Zwettl. Mit den Ergebnissen intensiver Forschungen zu Zwettl im 19. Jahrhundert wird der erste Teil eines Großprojektes zur Erforschung der Zwettler Geschichte, welches seinen Anfang im Sommer 2018 nahm, zum Abschluss gebracht.
 

Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Franz Mold die anwesenden Gäste und stellte die Organisatoren des Projektes vor: Oliver Kühschelm zeichnete für die Koordination der wissenschaftlichen Beiträge verantwortlich, Stadtarchivar Friedel Moll ermöglichte durch sein einzigartiges, über Jahrzehnte auf- und ausgebautes Historiker-Netzwerk das Zustandekommen des Projektes und moderierte auch diesen besonderen Abend. Es folgten die Statements renommierter Historiker, welche sich im Rahmen des Großprojektes ebenfalls mit der Rolle Zwettls befassen; Roman Zehetmayer betonte die Identifikations Zwettls mit den Kuenringern und die unübersichtliche Quellenlage nach der Besetzung durch ebendiese. Martin Scheutz hob Zwettl als exemplarische Kleinstadt hervor, die im 19. Jahrhundert durch das Bürgertum geprägt gewesen ist. Stefan Eminger und Josef Prinz sprachen über Zwettl im 20. und 21. Jahrhundert und die besondere Rolle der Zeitzeugen, die heute noch aus eigener Sicht über damalige Vorkommnisse berichten können.

Junge Historiker erforschten Zwettl im 19. Jahrhundert

Oliver Kühschelm stellte das Projekt in aller Kürze nochmals vor. "Es ist immer gut, Ressourcen so einzusetzen, dass sich Synergien ergeben", freut sich Kühschelm über die Zusammenarbeit mit den jungen Historikern Maximilian Martsch, Peter Hinterndorfer und Andreas Bunzl, welche danach ihre Beiträge zum Abend vorstellten. Ebenso wurde erneut den Stadtarchivaren der Stadt Zwettl Elisabeth und Friedel Moll für die Bereitstellung von Kontakten und Forschungsmaterial gedankt.

Zeit der Neuerungen und Herausforderungen

Maximilian Martsch fokussierte sich im Zuge der Forschungen auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Zwettl - er berichtete unter anderem über die mangelhafte, einseitige Ernährung, die vorherrschte, und die Tendenz zur Selbstversorgung statt Export von Waren nach außerhalb. Die Rolle der Sparkasse als Geldgeber bei Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur kam ebenfalls zur Sprache. Peter Hinterndorfer beschäftigte sich vornehmlich mit der städtischen Repräsentation und der bürgerlichen Kultur im Zwettl des 19. Jahrhunderts. Besonders der Anschluss an die Eisenbahn mit der 1896 eröffneten Strecke Schwarzenau-Zwettl stellte einen Anschluss an die Moderne dar. Andreas Bunzl sieht das 19. Jahrhundert als eine Zeit voller neuer Herausforderungen für die Stadt Zwettl. "Die Staatsbildung im 19. Jahrhundert kann als "urban event" beschrieben werden", so Bunzl. Ab 1848 wurde der bürgerlichen Schicht, welche im übrigen lediglich 15 Prozent der Bevölkerung ausmachte, mehr Mitspracherechte zugestanden und somit deren Wirkungskreis erweitert - die Bildung von Vereinen ermöglichte zum Beispiel die Auslagerung der Stadtverwaltung. Weiters sieht Bunzl Zwettl als geeigneten Gegenstand für eine Fallstudie zu Kleinstädten im 19. Jahrhundert.

Online-Veröffentlichung der Forschungsergebnisse

Nach den teils sehr humorvoll vorgebrachten Beiträgen der Historiker erfolgte die feierliche Veröffentlichung der Forschungsergebnisse auf der Homepage des Stadtarchivs Zwettl durch Stadtarchivarin Elisabeth Moll und Bürgermeister Franz Mold. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Gabriele Kramer-Webinger und Joachim Adolf, welche mit ihrem eindrucksvollen Können begeisterten.

Gabriele Kramer-Webinger, Bürgermeister Franz Mold, Joachim Adolf und Stadtarchivarin Elisabeth Moll (hinten v. l. n. r.) sowie Oliver Kühschelm, Josef Prinz, Stadtarchivar Friedel Moll, Stefan Eminger, Martin Scheutz und Roman Zehetmayer (vorne v. l. n. r.) freuten sich, einen ersten "Etappensieg" feiern zu können.
Die Jungforscher Peter Hinterndorfer, Andreas Bunzl und Maximilian Martsch (v. l. n. r.) tauchten unter der fachlichen Leitung von Oliver Kühschelm gemeinsam mit Stadtarchivarin Elisabeth Moll in die Geschichte Zwettls im 19. Jahrhundert ein.
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