Sonnentor: Einbahnstraße Waldviertelautobahn

Sonnentor steht dem Projekt Waldviertelautobahn kritisch gegenüber. Im Bild: Die Sonnentor Geschäftsführer Gerhard Leutgeb, Manuela Raidl-Zeller, Klaus Doppler und Johannes Gutmann gemeinsam mit dem Verkehrsexperten Hermann Knoflacher.
2Bilder
  • Sonnentor steht dem Projekt Waldviertelautobahn kritisch gegenüber. Im Bild: Die Sonnentor Geschäftsführer Gerhard Leutgeb, Manuela Raidl-Zeller, Klaus Doppler und Johannes Gutmann gemeinsam mit dem Verkehrsexperten Hermann Knoflacher.
  • Foto: Sonnentor
  • hochgeladen von Bernhard Schabauer

SPRÖGNITZ. Sonnentor ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Waldviertel Autobahn in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert wird. Aus diesem Grund war der Verkehrsexperte Hermann Knoflacher zu Gast beim Bio-Pionier in Sprögnitz. „Autobahnen taugen nicht als Regionalentwicklungsprogramm. Sie führen zu verstärkter Pendeltätigkeit, zum Umstieg vom Zug auf die Straße, zu Abwanderung von Unternehmen sowie Arbeitskräften“, weist der Experte anhand der Systemwirkungen und praktischen Erfahrungen nach.
Sonnentor Gründer Johannes Gutmann stimmt dem zu: „Uns wird von der Politik erzählt: ‚Eine Waldviertel Autobahn bringe Arbeitsplätze.‘ Eine Autobahn schafft keine Arbeitsplätze, innovative Ideen und Menschen mit Mut schaffen Arbeitsplätze. Sonnentor transportiert auch auf den bestehenden Straßen über 30.000 Paletten pro Jahr. Passen wir auf unsere einzigartige Landschaft gut auf und opfern wir diese nicht der schnellen und schmutzigen Gier.“

Aufklärende Fakten

In seinem Vortrag weist Knoflacher unter anderem darauf hin, dass in Österreich 254 Kilometer Autobahn pro Million Einwohner existieren. Damit ist das Autobahnnetz im Verhältnis zur Einwohnerzahl um rund 70 Prozent größer als jenes von Deutschland. Außerdem sei es eine Tatsache, dass sich an Autobahnen Konzerne ansiedeln und die Kaufkraft absaugen. Zudem beschäftigen Shoppingzentren und Konzerne bei gleichem Umsatz nur ein Fünftel der Menschen als vergleichbare lokale Betriebe und Geschäfte. Anwesende Gäste aus Stockerau stimmten der Gefahr einer solch negativen Entwicklung zu. Seien solche Folgen doch genau vor ihrer Haustüre passiert.

Meinungsführer fordern Umdenken

Neben Knoflacher brachten auch andere anwesende Meinungsführer ihre Bedenken zu diesem Thema ein. Etwa plädierte Teichwirt Thomas Kainz von der „Plattform lebenswertes Waldviertel“ darauf, nicht alles blind zu glauben, was die Politik aktuell verspricht: „Auch wenn postuliert wird, dass keine Rede von einer Transitautobahn ist – wenn die Straße fertig ist, wird der Transitverkehr sicher kommen!“ Kainz fordert daher eine Prüfung des Verkehrs durch unabhängige Fachleute in einem offenen Verfahren unter Einbindung der Bevölkerung der betroffenen Regionen. So könnten mit weniger Budget klimafreundlichere Lösungen geschaffen werden. Auch Knoflacher setzt sich für eine umweltschonende zukunftsfähige Verkehrspolitik ohne weiteren Ausbau von Autobahnen ein: „Zukunftsfähige Länder verbessern und fördern den öffentlichen Verkehr mit flexiblen Lösungen. Das schafft auch Beschäftigungen.“ So rechnet der Experte vor, dass der Ausbau einer Autobahn pro Milliarde Euro rund 10.000 Arbeitsplätze bringt – während es beim öffentlichen Verkehr 16.440 Arbeitsplätze wären – ein Plus von satten 64,4 Prozent, wobei bei der Revitalisierung der Nebenbahnen vor allem die lokalen Unternehmen zum Zuge kommen. „Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger sich mit diesen Fakten auseinandersetzen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird“, betont Gutmann.

Sonnentor steht dem Projekt Waldviertelautobahn kritisch gegenüber. Im Bild: Die Sonnentor Geschäftsführer Gerhard Leutgeb, Manuela Raidl-Zeller, Klaus Doppler und Johannes Gutmann gemeinsam mit dem Verkehrsexperten Hermann Knoflacher.
Verkehrsexperte Hermann Knoflacher gemeinsam mit Sonnentor Gründer Johannes Gutmann.
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen