Endlager
7 502 Personen stimmten im Bezirk Zwettl gegen Atomkraft

Landtagsabgeordneter Bürgermeister Franz Mold und Europa-Abgeordneter Lukas Mandl
  • Landtagsabgeordneter Bürgermeister Franz Mold und Europa-Abgeordneter Lukas Mandl
  • Foto: ÖVP Zwettl
  • hochgeladen von Simone Göls

Die tschechische Regierung ist nach wie vor auf der Suche nach möglichen Standorten für Atommüll-Endlager.

REGION. Dass dabei auch Orte in Betracht gezogen werden, die nur wenige Kilometer von der heimischen Grenze entfernt sind, ruft auch beim niederösterreichischen Europa-Abgeordneten Lukas Mandl und beim Landtagsabgeordneter Bürgermeister Franz Mold Widerstand hervor.

„Gerade bei einem Standort in unmittelbarer Grenznähe wären die potenzielle gesundheitliche Gefährdung der dortigen Bevölkerung sowie der nachhaltige gesellschaftliche Schaden besonders hoch“, warnt Mandl und verweist darauf, dass auch die Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Zwettl von einer allfällig austretenden radioaktiven Strahlung betroffen wären.

Nicht in unserem Land, aber nahe

„Auch wenn es in Österreich keine Atomkraftwerke gibt, sind sie dennoch allgegenwärtig. Wir sind weiterhin eine starke Stimme gegen die Atomkraft. Allein in Niederösterreich wurden beispielsweise über 110.000 Unterschriften gegen den Ausbau des AKW Dukovany und gegen die Errichtung eines Atommüllendlagers an der NÖ-tschechischen Grenze gesammelt. Im Bezirk Zwettl sind es übrigens 7502, die sich gegen die Atomkraft stark machen“, ergänzt Landtagsabgeordneter Bürgermeister Franz Mold .

Lukas Mandl hat eine parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission gestellt, die diese binnen sechs Wochen beantworten muss. Der NÖ Europa-Abgeordnete pocht auf grenzüberschreitende Anrainerbeteiligung. Mandl will wissen, ob die EU-Kommission plant, Einspruchsrechte für benachbarte Mitgliedstaaten beim Bau von Atommüllendlagern zu schaffen oder auszubauen und welche konkreten Sicherheitsvorgaben geplant sind. Außerdem schlägt Mandl einen zwingenden Mindestabstand von 100 Kilometern zwischen einem möglichen Atommüllendlager und der Grenze eines benachbarten Mitgliedsstaats vor.

Position für atomkraftfreies Europa

Im 41. Jahr nach der Zwentendorf-Volksabstimmung bekräftigt Mandl damit erneut klar seine Position für ein atomkraftfreies Europa. Dafür setzt Mandl auf europäischer Ebene laufend Akzente, außerdem unterstützt er im Europa-Parlament mehrere österreichische Bürgerinitiativen. „Die Gefahren der Atomkraft müssen ernstgenommen werden“, so Mandl. „Im Jahr 1978 stimmte die österreichische Bevölkerung über die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Zwentendorf in NÖ ab. Im Bezirk Zwettl stimmten 18 537 gegen das Atomkraftwerk ab. Seit dieser Volksabstimmung konnten wir in NÖ einen Pionierweg gehen und stehen heute für erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Diesen eingeschlagenen Weg wollen wir weiter fortführen“, so Mold.

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