VOLL DER OSTEN
EUROPA in SCHWARZENAU gedachte am 30. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands

Bürgermeister Karl Elsigan, EiS-Teamchef Wolfgang Leidenfrost, Moderator Thomas Samhaber, Zeitzeugin Katja Wolle, Referent Dr. Stefan Wolle, Organisatorin Brigitte Temper-Samhaber, Zeitzeugin Yvonne Birghan-van Kruyssen und Zeitzeuge Clemens Haas.
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  • Bürgermeister Karl Elsigan, EiS-Teamchef Wolfgang Leidenfrost, Moderator Thomas Samhaber, Zeitzeugin Katja Wolle, Referent Dr. Stefan Wolle, Organisatorin Brigitte Temper-Samhaber, Zeitzeugin Yvonne Birghan-van Kruyssen und Zeitzeuge Clemens Haas.
  • hochgeladen von Ulrich B. Küntzel

SCHWARZENAU (kuli). Just am 3. Oktober, seit exakt 30 Jahren der „Tag der Deutschen Einheit“, fand in der Kaminstube Zlabinger ein Vortrags- und Diskussionsabend unter dem Titel „Leben in Ost und West“ statt. Thomas Samhaber führte durch das Programm und ließ zunächst Bürgermeister Karl Elsigan und Ernst Wurz von der kooperativen Waldviertel-Akademie Begrüßungsworte an das Covid-bedingt auf 50 Personen begrenzte Publikum – nur ein Sessel blieb frei – richten. Beide betonten die Wichtigkeit von Mauerfall und Wiedervereinigung 340 Tage später für die europäische Geschichte und die Sicherung von Frieden und Wohlstand im Hier und Jetzt und für die Zukunft.

Beeindruckende Dokumente

Dr. Stefan Wolle, Wissenschaftlicher Leiter am DDR-Museum in Berlin, verdeutlichte anhand von Fotos aus den Achtziger-Jahren, wie die Verhältnisse in der Deutschen Demokratischen Republik am Beispiel Ostberlin so waren: perfekt durchmilitarisiert, perfekt vom bösen Klassenfeind abgeschottet und mit perfiden Mechanismen gegen linienuntreue Andersdenkende ausgestattet. Bespitzelung von Nachbarn und Verwandten mit der Konsequenz von 250.000 politisch begründeten Verurteilungen in 40 Jahren ist nur eine Facette davon. Wolle vergaß nicht auf den Humor, mit dem die Menschen ihrem Schicksal trotzten, war das Leben für die Allermeisten doch von Mangel und wenig Nachhaltigkeit geprägt.

Persönliche Reminiszenzen

Darauf folgte ein Zeitzeugengespräch. Thomas Samhaber moderierte und stellte Fragen zu den Erlebnissen, Erinnerungen und Einschätzungen der Podiumsgäste, zwei davon „Wessis“ und zwei davon „Ossis“. Yvonne Birghan-van Kruyssen war zwölf und lebte mit einer Mutter aus dem Westen in Stralsund, als die Mauer fiel. Katja Wolle war 20 Jahre lang Bürgermeisterin von Frankfurt an der Oder, wovon ein Teil jenseits des Flusses liegt, also in Polen, wo es bis heute noch schlimmer zugeht. Der in Karlsruhe gebürtige Clemens Haas besuchte gelegentlich Verwandte in der DDR und lebte sechs Jahre lang in Moskau als Handelsvertreter. Wolfgang Leidenfrost schließlich - Teamleiter bei EUROPA in SCHWARZENAU - hatte als gebürtiger Badener (Bodensee) geschäftliche Kontakte „in der Ostzone“ und bis heute in den „fünf neuen Bundesländern“ ohne besondere Probleme, aber mit Staunen über die Gastronomie. Als Quersumme ihrer Erfahrungen kann festgehalten werden, dass die heutige Jugend, egal wo, kaum Ahnung habe von dem, was seit 1948 passiert ist. Das möge vielleicht ein Manko sein. Dafür sei sie aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit unabhängig von der Herkunft des jeweiligen Gegenübers. Weiters sei die Angst vor den Sowjetrussen überall gegenwärtig gewesen, in Ost wie West.

Diverse Publikumsbeiträge

Interessante Aspekte wurden dann auch seitens einiger Besucher beigetragen. Da ging es beispielsweise darum, den Schießbefehl und dessen Ausübung nicht zu vergessen, wie abenteuerlich Busreisen nach Berlin auf der Transitstrecke „Interzonenautobahn“ waren, und dass man sich für das unfeine Verhalten von Austria-Fußballfans anlässlich eines Matches bei Dynamo Dresden schämen musste.
Wolfgang Leidenfrost fand die passenden Schlussworte: „Um Ängste und Vorurteile abzubauen, um Verständnis für geschichtsbedingte Besonderheiten innerhalb Europas aufzubauen – dafür sind wir bei EUROPA in SCHWARZENAU da!“

Neue Medienpräsenz

Damit auch andere Interessenten außerhalb des Veranstaltungsraums die Beiträge des Abends mitverfolgen können, hat EUROPA in SCHWARZENAU extra einen Youtube-Channel eingerichtet, so dass es möglich war, mittels Live-Stream dabeizusein. Christian Pfabigan sorgte perfekt für die technische Realisierung in Bild und Ton. Die Aufzeichnung ist auf der Homepage www.europa.in.schwarzenau.at abrufbar.

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