Schwarzenau
Teichaufbereitung mit Oloid im Brühlteich

Bürgermeister von Schwarzenau Karl Elsigan mit Lukas und Karl Wiedermann von der Öko-Recycling GmbH am Brühlteich
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Im Brühlteich in Schwarzenau wird seit 2019 Oloid – eine innovative und umweltfreundliche Methode zur Wasseraufbereitung – eingesetzt.

SCHWARZENAU (kp). Das Oloid ist ein besonderer geometrischer Körper, der in Maschinen zum Einsatz kommt. Seine charakteristische Bewegungsart ähnelt der einer Fischschwanzflosse. Heute werden sogenannte "Oloid-Belüfter" und "Oloid-Rührer" in der Verfahrens- und Umwelttechnik zum Umwälzen und Belüften von Wasseranlagen eingesetzt. "Wasser wird impulsartig bewegt und gerührt. Dabei entstehen die typischen Wellen an der Oberfläche", erläutert Karl Wiedermann von der Firma Öko-Recycling in Tulbing. Die Oloid-Technik findet überall dort Anwendung, wo Flüssigkeiten umgewälzt und energieeffizient in Bewegung gesetzt werden sollen, wie zum Beispiel bei Kompostsickerwasser:

"Das Oloid wird eingesetzt, um Wasser zu bewegen, Sauerstoff reinzubringen, Schmutzstoffe abzubauen und die Geruchsbildung zu reduzieren, ganz ohne Chemikalien",

so Lukas Wiedermann. Angewendet wird das Oloid unter anderem auch in Fisch- und Badeteichen und Kläranlagen. "In biologisch belasteten Teichen können die gleichen Effekte erzielt werden wie bei Kompostsickerwasser", so L. Wiedermann. Zudem sei es gut für die Fische, da Sauerstoff auch in untere Schichten transportiert wird.

Energieeffiziente Methode

Die Anwendungsmöglichkeiten von Oloid sind vielfältig: Die Technik verhindert Wasserlinsen- und Algenbildung sowie Geruchsbildung und wird sogar zur Eisfreihaltung verwendet.
Besonders hervorzuheben ist die Energieeffizienz. Die Leistung eines Oloid Typ 400 liegt zum Beispiel bei 250 Watt – damit können herkömmliche Belüftungsmaschinen ersetzt werden, die bis zum Zehnfachen an Leistung benötigen. "Die Alternativen sind, mit Pumpen Sauerstoff einzubringen, aber das erfolgt nur punktuell und erfordert einen x-fach höheren Energieaufwand", erklärt Karl Wiedermann. Oloid gibt es mittlerweile auch mit Solarantrieb.


Algenbefall im Brühlteich

Ein solarbetriebenes Oloid 400 wird seit Juli 2019 im Brühlteich in Schwarzenau eingesetzt. Der 1,6 Hektar große Fisch- und Badeteich hatte im Sommer 2018 mit einem starken Algen- und Blaualgenbefall zu kämpfen: "Im Juni und Juli hat es angefangen zu veralgen und zu stinken. Da wollte natürlich keiner mehr baden gehen", erläutert Bürgermeister Karl Elsigan. Das Gewässer musste täglich mit einem fahrenden Motorboot belüftet und durchgemischt werden.

Positive Ergebnisse

Eine dreimonatige Testphase mit Oloid im Teich zeigte laut Elsigan eine Verbesserung der Wasserqualität und es waren kaum noch Blaualgen vorhanden. Auch wurde beobachtet, dass sich viele kleine Fische in der Strömung des Oloids in 25 Metern Abstand zur Maschine aufhielten. Das"leicht brummende" Betriebsgeräusch vom Elektromotor habe auch keinen gestört. Nach den positiven Ergebnissen entschied die Gemeinde, ein Oloid 400 Solar zu kaufen. Gekostet hat es mit Installation rund 21.000 Euro. Da es sich um eine Solarvariante handelt, fallen im Betrieb überhaupt keine Kosten an.

"Wir sind sehr zufrieden. Die Veralgung ist nicht mehr vorhanden und die Wasserqualität ist besser geworden. Unsere Parameter für einen Badeteich passen",

resümiert Elsigan. Das Gerät ist künftig von Mai bis September in Betrieb.



Paul Schatz und der "umstülpbare Würfel"

Der Bildhauer und Maschinenbauer Paul Schatz hat die Form des Oloids aus den beobachteten Bewegungen eines "umstülpbaren Würfels" entwickelt. Es hat keine Ecken, zwei Kanten, ist glatt und rollt geschmeidig über seine gesamte Oberfläche ab.
Die Oloid-Maschinen werden als Rührer, Mischer und Belüfter eingesetzt. Die Rühr- und Belüftungstechnik basiert auf der einzigartigen Form des Rührkörpers: Das Oloid erzeugt durch seine Bewegung im Wasser eine horizontale Strömung und gleichzeitig impulsartige Wellen. Dabei wird das Wasser von unten herangezogen und es erfolgt eine gründliche sowie sanfte Durchmischung bis auf den Grund. Je nach Eintauchtiefe des Körpers wird Sauerstoff eingemischt. Das Leistungsspektrum reicht von „lokaler Verwirbelung und Wasserbewegung“ bis hin zur „Vollzirkulation des gesamten Wassers“.

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