15.09.2017, 11:39 Uhr

„Dieses Knie ist eine (R)Evolution!“

Prim. Univ.-Doz. Dr. Manfred Weissinger bei einer Nachuntersuchung. (Foto: privat)

Primar Weissinger als Vorreiter: Innovatives, „mitdenkendes“ Kunstgelenk optimiert Stabilität und natürliche Bewegungsabläufe

ZWETTL. Bereits jetzt erhalten jährlich rund 15.000 Österreicher ein neues Kniegelenk. Tendenz steigend. Noch viel mehr bräuchten ein solches aufgrund weit fortgeschrittener Arthrose und permanenter Schmerzen, zögern aber bisweilen. Der Grund: Manche sorgen sich, dass sie danach einen unnatürlichen Bewegungsablauf haben oder ihren geliebten Sport nicht mehr – oder nicht mehr zufriedenstellend – ausüben können. „Früher wurden eher ältere Patienten operiert und das Ziel war Schmerzfreiheit im Alltag. Heutzutage ist der Wunsch häufig, auch wieder voll beweglich und umfassend sportlich aktiv zu sein“, bestätigt der orthopädische Chirurg, Direktor Prim. Univ.-Doz. Dr. Manfred Weissinger, mit Facharztordination in Zwettl.

Dem natürlichen Bewegungsablauf nachempfunden

Dank einer gelungenen Weiterentwicklung bei Knieimplantaten kann man heute vielen Betroffenen diesen Wunsch erfüllen. Im Vergleich zur Hüfte muss das Kniegelenk nämlich eine weit größere Bewegungsvielfalt ausführen: Drehen, Beugen und Strecken. Die einzelnen Strukturen des Kniegelenks haben dabei unterschiedliche Aufgaben. Neuere Studien haben dokumentiert, wie diese verschiedenen Bewegungsabläufe im Knie ablaufen und worauf daher bei der Prothesen-Konstruktion besonderes Augenmerk zu legen ist. Sie zeigten klar auf, dass die innere Seite wie ein Kugelgelenk beim Beugen und Strecken stabil bleibt, während sich nur die äußere Seite des Knies vor und zurück bewegt.
Genau auf dieser Basis wurde das innovative Endoprothesen-System „Evolution“ entwickelt. „Dieses Implantat ist nicht nur eine Evolution, sondern eine Revolution, denn es gilt als erste Gelenksprothese, die diese natürlichen Bewegungsabläufe exakt nachbildet. Das Evolution®-Kniesystem kommt daher dem körpereigenen Gelenk derzeit am nächsten, da es quasi mitdenkt“, berichtet Primar Weissinger.

Was bringt es dem Patienten?

Laut Studien sind rund 20 % aller Patienten, die mit einem herkömmlichen Kunstgelenk versorgt wurden, unzufrieden mit dem Operationsergebnis. Vor allem anhaltende Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen werden als Gründe genannt. „Diese Kugelgelenk-Technologie lässt den Patienten irgendwann vergessen, dass er nicht mit seinem eigenen Kniegelenk unterwegs ist. Denn es ermöglicht ausgezeichnete Beweglichkeit und sehr gute Stabilität, und zwar unabhängig von der Struktur des Kreuzbands. All das gibt die nötige Trittsicherheit, um wieder vielen Freizeitaktivitäten nachzugehen“, betont auch der orthopädische Chirurg, Oberarzt Dr. Erwin Schwaighofer, aus Scheibbs. Auffallend bei diesem Kunstknie-System sei auch, so Dr. Schwaighofer, die äußerst geringe Anzahl an nötigen Wechsel-Operationen.
Laut einer Studie unter 440 Patienten mit beidseitiger Knieprothese (ein Knie bereits mit der neuen Evolution-Technologie, eines mit einer anderen hochwertigen Endoprothese versehen) bevorzugen drei von vier Befragten in allen oben genannten Kriterien die R(Evolution)- Technologie. Im Regelfall können Patienten 5-7 Tage nach dem Eingriff wieder nach Hause.

Noch ein Wort zum Sport….

In punkto Sportausübung muss man wissen: Bewegung und Sport sind nach dem Einsetzen eines Knieimplantats nicht nur tolerierbar, sondern sogar sehr empfehlenswert, um die Muskelkraft zu erhalten und das Gewicht leichter zu kontrollieren. Sportarten, die man früher gut beherrscht hat, können nach Rücksprache mit dem Arzt nach einer gewissen Zeit wieder aufgenommen werden. Augenmaß in Frequenz und Intensität ist anfangs allerdings angesagt, vor allem dann, wenn man wegen zunehmender Arthrose Schmerzen im Knie schon einige Zeit vor der Operation keinen Sport mehr ausüben konnte. Besonders geeignete Sportarten für Kunstgelenks-Patienten sind Wandern, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen und kontrolliertes Alpinschifahren. Vor der Wiederaufnahme so genannter Stop-and-Go-Sportarten wie etwa Tennis oder Fußballspielen sollte unbedingt mit dem behandelnden Orthopäden, bzw. dem Operateur Rücksprache gehalten werden.
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