03.10.2016, 12:22 Uhr

Ehe-Rezept aus dem Standesamt

Outfit nach Motto: Ottenschlags Standesbeamtinnen Christine Holzinger und Jutta Sandler.

Unsere Standesbeamten geben Ratschläge zum Liebesglück, egal ob selbst verheiratet oder nicht

ZWETTL (bt). Unsere Standesbeamten begleiten Paare durch einen der schönsten Momente ihres Lebens. Die Bezirksblätter erkundigten sich, ob die, vor denen Verliebte ihr Ehe-Versprechen ablegen, auch selbst verheiratet sind. Den Ehe-Rekord stellt mit 35 Jahren Allentsteigs Standesbeamtin Herta Steindl auf. Wie man das schafft? "Ich weiß es nicht, aber irgendetwas machen wir wohl richtig." Dicht auf den Fersen ist ihr mit 33 Ehejahren Eva Träxler vom Standesamt Groß Gerungs. "Nicht gleich die Flinte ins Korn schmeißen", lüftet sie ihr Erfolgsrezept. Seit 25 Jahren trägt Christine Holzinger, Standesbeamtin in Ottenschlag, einen Ring am Finger, seit 20 Jahren auch Standesamtsleiterin Jutta Sandler. Johannes Kramreiter, Zwettl, gab seiner Gattin vor 22 Jahren das Treueversprechen. Ledig ist der Langschläger Leiter Herbert Schipany, geschieden ist Claudia Waldhör, Standesbeamtin in Allentsteig.

Mit Gesprächen zum Glück

"Einander vertrauen und Verantwortung füreinander übernehmen", antwortet Johannes Kramreiter auf die Frage nach Tipps, die er frisch Vermählten mit auf den Weg gibt. "Miteinander reden", rät Christine Holzinger. Eva Träxler appelliert an den Kampfeswillen, findet aber auch, ihr steht es gar nicht zu, große Ratschläge zu erteilen: "Bei der Eheschließung ist eh jeder optimistisch und glaubt es hält ewig."
"Nicht gleich das Handtuch werfen", legt Herbert Schipany vor allem jungen Paaren ans Herz. Seine Reden gestaltet er besonders individuell. "Das ist der Vorteil wenn man 90 Prozent der Leute kennt", schätzt der Standesbeamte die beschauliche Größe von Langschlag. Spontan einen Standard-Ratschlag aus dem Ärmel schütteln will Herta Steindl nicht, für ihre persönlich zugeschnittenen Reden nimmt sie sich Zeit.

Scheidung brandmarkt nicht

Sollte es dann doch nicht klappen, bedeutet das heute auch für Standesbeamte in beruflicher Sicht keine Tragödie. "Heute spielt es keine Rolle mehr, ob verheiratet, ledig oder geschieden", ist sich die Allentsteigerin Steindl sicher. "Eine Scheidung ist ja kein Makel", schließt sich auch ihre Groß Gerungser Kollegin Träxler an, kann sich aber vorstellen, dass Ratschläge von Verheirateten authentischer sind. "Ich bin noch nie danach gefragt worden", so der Langschläger Schipany, der noch nie verheiratet war.

Zwettler stehen auf Schlösser

Verheiratet wird "nonstop": Während Herbst und Winter zwar weniger häufig, doch auch hier entsteht kein Loch. Besonders für Kurzentschlossene ist die kältere Jahreszeit ein Segen. "Manche heiraten 14 Tage nach der Vereinbarung", so Träxler.
Immer öfter ersetzen Locations außerhalb den Trauungssaal. Im Bezirk sind etwa die Schlösser Rosenau und Ottenschlag, die Ruine Dobra oder die Burg Rappottenstein beliebt. "Das ist natürlich auch eine Preisfrage", weist Träxler #+aber auf die höheren Kosten hin.
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