29.02.2016, 17:23 Uhr

Kulturelle Finnlandisierung Schwarzenaus

Finnlandkenner Wolfgang Leidenfrost (l.) mit dem rührigen Team der Kaminstube.

Zwei Events innerhalb von acht Tagen fanden großes Interesse.

SCHWARZENAU (kuli). Nachdem im Jänner die Fortführung von „EUROPA in SCHWARZENAU“ unter Federführung von Wolfgang Leidenfrost beschlossen worden war, wurde Finnland als Partnerland auch noch auf das Jahr 2016 ausgedehnt. So fanden im Februar kurz hintereinander in der Kaminstube zwei einmalige Veranstaltungen statt, die finnische Kultur ins Waldviertel brachten.

Musikalische und fotografische Genüsse

Der „Finnische Abend in Moll“ bescherte achtzig Besuchern Musik finnischer Komponisten, dargebracht von Pia Søndergaard (Klavier solo und Blockflöten) und Gabriele Riedel (Klavierbegleitung). Zu hören waren meist elegische Stücke, aber auch Tanzmusik und lappländische Volksweisen, die extra für dieses Konzert adaptiert worden waren. Inspiriert von der Musik hatte der Berufsfotograf Subhash dazu digitale Bilder aus seinem Archiv ausgesucht und mit einer eigenen Koloratur- und Überblend-Choreografie versehen auf eine Leinwand projiziert. Über eine Stunde fiel kein Wort, zum Schluss erst donnerte der Applaus. Bürgermeister Karl Elsigan bedankte sich bei den Künstlern und überreichte ihnen Präsente „für die Linie“.

Kulinarischer Genuss

Eine Woche später fand am 26. Februar der lappländische Rentierschmaus statt, zu dem sich weit mehr als die vierzig Personen angemeldet hatten, für die Rentierfleisch aus Finnland importiert und in der Kaminstuben-Küche nach Originalrezepten zubereitet worden war. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde konnte der Preis moderat gehalten werden, denn dieses hierzulande äußerst seltene Fleisch ist wirklich teuer. In der Vorspeise war es als Faschiertes in einer Art Wrap enthalten, und im Hauptgang als gedämpftes Geschnetzeltes auf Erdäpfelpüree serviert worden. Im Geschmack leicht an Leber erinnernd mundete es nahezu allen anwesenden Waldviertlern bestens. Ein original fennoskandischer Beerencocktail mit Obers als Nachtisch rundete das Menü ab. Zum Empfang war übrigens im Freien Glögg mit oder ohne Alkohol ausgeschenkt worden, bevor Vizebürgermeister Leopold Aschauer die Gäste begrüßen durfte. Ein Quiz mit neun Fragen zu Finnland, die von aufmerksamen Besuchern des Fenstermuseums leicht beantwortet werden konnten, sorgte zum Abschluss für spannende Unterhaltung. Es wurden vier Preise verteilt, darunter ein Rentierfell als Hauptpreis, der an Franz Christian ging. Wolfgang Leidenfrost bedankte sich besonders bei dem Team der Wirtsleute Zlabinger für deren Mut zu dieser kulinarischen Herausforderung und für die geniale Umsetzung der Rezeptvorlagen.
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