29.11.2017, 07:30 Uhr

Schon wieder: Behörde geht auf Humuvit los

Neue BH-Forderung: Die Nachrotteflächen müssten eingezäunt werden.

Kompostier-Betrieb ist der Bezirkshauptmannschaft Zwettl seit Jahren ein Dorn im Auge.

ZWETTL/EDELHOF (bs). Rückblick ins Jahr 2014. Damals berichteten die Bezirksblätter: "Der jahrelange Rechtsstreit zwischen der Bezirkshauptmannschaft (BH) Zwettl und der Humuvit Umwelt- und Kompostiertechnik Gesellschaft m.b.H. mit Sitz am Edelhof ist beendet. Richter Gindl gab der Beschwerde von Humuvit-Geschäftsführerin Gerti Müllner statt, sodass ein Bescheid der BH Zwettl auf Schließung des Betriebes rechtskräftig nichtig ist. Die BH Zwettl wollte mit ihrem Bescheid die Auflassung des Betriebes und die Rekultivierung der Flächen, auf welchen Humuserde hergestellt wird, erreichen. Somit wären auch zehn Arbeitsplätze verloren gegangen. Im Rahmen der Verhandlungen wurde jedoch bereits klar, dass die BH Zwettl die Bescheidausstellung nicht argumentieren konnte".

Tortur geht weiter

Für die Geschäftsführerin Gerti Müllner war dieser Erfolg vor Gericht jedoch nur ein Etappensieg. Denn mittlerweile droht die Bezirkshauptmannschaft Zwettl der Unternehmerin wieder mit Ungemach.
Eine Verhandlung am Dienstag, 21. November 2017, brachte das Fass zum Überlaufen. "Der neue Rechtsanwalt der Behörde, Mag. Krall, stellt die gesamte Arbeit seines Vorgängers Antony infrage", so Müllner gegenüber den Bezirksblättern.
Demnach nimmt Krall auch ein Schreiben seines Vorgängers, wonach sämtliche im Verfahren 2014 zugunsten der Humuvit festgestellten Beweise angeführt sind, nicht ernst. Er wolle alles neu aufrollen und mit Androhungen, etwa die rund acht Hektar großen Nachrotteflächen einzäunen zu müssen, die Unternehmerin in die Knie zwingen. Doch Gerti Müllner wird auch dieses Mal nicht so schnell aufgeben: "Ich muss das für meine jungen Mitarbeiter machen", seufzt sie.
Der 33-jährige Matthias Krall aus Gneixendorf wurde erst vor wenigen Wochen, für viele völlig überraschend, als neuer Bezirkshauptmann-Stellvertreter nach Zwettl zitiert. Josef Schnabl, der bis dahin 19 Jahre die Geschicke dieses Amtes zur allgemeinen Zufriedenheit ausübte, wurde nach Waidhofen an der Thaya abkommandiert. Für Müllner wirft auch diese Rochade "natürlich einige Fragen" auf.

Anwalt in Warteposition

Selbst ihr Anwalt kann und möchte zu aktuell laufenden Verhandlungen gegenüber den Bezirksblättern nichts Konkretes sagen.
Nur so viel: "Die Firma Humuvit verfügt über für ihren Betrieb erforderliche gewerbe- und wasserrechtliche Bewilligungen, die zum Teil bereits vor über zehn Jahren erteilt und nach wie vor aufrecht sind", so Peter Sander von der Kanzlei Niederhuber & Partner Rechtsanwälte GmbH mit Sitz in Wien.

"Suchen akzeptable Lösung"

Zwettls Bezirkshauptmann Widermann gibt auf Anfrage zu Protokoll: "Ich kann versichern, dass wir bemüht sind, innerhalb des gesetzlichen Rahmens eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden."
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