22.10.2014, 08:27 Uhr

Welthungertag: Kastners Tafelbox ausgezeichnet

Christof Kastner, Prok. Franz Brixner, Ingrid Graf, DI Lukas Schlosser, Ministerialrätin Mag.a Christine Hocholdinger (Abteilungsleiterin der Abteilung V/6 - Abfallvermeidung, - verwertung und –beurteilung), Mag. Martin Haiderer DSA, Gründer und Obmann der Wiener Tafel (v.l.). (Foto: wienertafel.at)
WIEN/ZWETTL. Seit 1979 wird jährlich am 16. Oktober international der Welternährungstag/Welthungertag begangen: Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) leiden derzeit weltweit 805 Millionen Menschen an Hunger. Alle fünf Sekunden stirbt ein Mensch an Unterernährung und deren Folgen. Gleichzeitig werden täglich weltweit unzählige Tonnen Lebensmittel vernichtet. Lebensmittelverschwendung ist ein globales soziales, ökologisches und ethisches Problem: Mit den weltweit vernichteten Lebensmitteln könnte die Weltbevölkerung zweimal ernährt werden. Neben originalverpackten Nahrungsmitteln werden tagtäglich auch tonnenweise übrig gebliebene zubereitete Speisen entsorgt statt verzehrt zu werden. Mit der TafelBox soll eine Revolution im Retten von Lebensmitteln in Österreich eingeläutet werden: Das neue Konzept macht es möglich, übrig gebliebene zubereitete Speisen vor der Vernichtung zu bewahren und gleichzeitig den sozialen Transfer zu unterstützen. Die Wiener Tafel geht mit ihren Kooperationspartnern KASTNER, Pacovis und "Lebensmittel sind kostbar" neue Wege und eröffnet mit dem Langzeitprojekt die Chance, ein globales Problem im Sinne des Einsatzes gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung in den Griff zu bekommen. Ansprechpartner sind in der ersten Phase Catering-Unternehmen, Eventagenturen, Gastronomie und Hotellerie.

Lebensmittel gehören in den Magen, nicht in den Müll!

In Österreich landen jährlich rund 157.000 Tonnen an Lebensmitteln aus Privathaushalten im Wert von über einer Milliarde Euro im Restmüll. Insgesamt werden Österreich weit mehrere hunderttausend Tonnen an genusstauglichen Lebensmitteln jährlich entsorgt. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben zubereitete Speisen, die im Rahmen von Caterings am Ende von Veranstaltungen - Konferenzen, Tagungen, Meetings und anderen Events - übrig bleiben und somit tagtäglich entsorgt werden. Bislang war es der Wiener Tafel aus lebensmittelrechtlichen und logistischen Gründen noch nicht möglich, verkochte Speisen von Caterings, Buffets und Großküchen an Sozialeinrichtungen weiter zu verteilen.

Konkrete Lösungen im Kampf gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung

Die Wiener Tafel bietet in Kooperation mit der KASTNER Gruppe, Pacovis und „Lebensmittel sind kostbar“ eine lebensmittelechte, gut verschließbare Lebensmitteltransportbox aus einem nachhaltig hergestellten und kompostierbaren Material an. Die TafelBox stellt ein innovatives, effizientes und einfach umzusetzendes Konzept dar, um bereits verarbeitete Lebensmittel in Form zubereiteter Speisen vor der Entsorgung zu bewahren. Diese kann direkt von Cateringunternehmen, Eventagenturen oder Veranstaltern für Events mit Buffet bei KASTNER erworben werden. Die Gäste sind eingeladen, sich am Ende der Veranstaltung die übrig gebliebenen Speisen selbständig und eigenverantwortlich einzupacken und zum späteren Verzehr mit nach Hause zu nehmen. Damit werden einwandfreie Lebensmittel vor sinnloser Verschwendung und vor dem Müll gerettet. Die TafelBox ist direkt bei KASTNER zu beziehen. Bei einer Mindestabnahmezahl von 300 Stück (ein Karton) kostet die TafelBox 50 Cent. Von jeder TafelBox gehen 20 Cent als Spende für die soziale Transferarbeit an die Wiener Tafel. Mit einem Euro kann die Wiener Tafel bis zu zehn Armutsbetroffene mit Lebensmitteln versorgen.

Revolution im Retten von Lebensmitteln

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, auch zubereitete Speisen in großem Stil davor zu bewahren, im Müll zu landen“, betont Mag. Martin Haiderer, DSA, Gründer und Obmann der Wiener Tafel, und ergänzt: „Seit 15 Jahren rettet die Wiener Tafel erfolgreich originalverpackte Lebensmittel vor dem Müll und versorgt inzwischen 16.000 Armutsbetroffene in 99 Sozialeinrichtungen in Wien mit den Warenspenden von 168 Unternehmen. Wir stellen uns den logistischen, legistischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen und beschreiten gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern mit dem Konzept der TafelBox Neuland: Die Rettung von bereits verarbeiteten Lebensmitteln soll im Zuge eines längerfristigen Prozesses sowohl durch das gezielte Anbieten von konkreten Lösungsansätzen und Öffentlichkeitsarbeit als auch durch Gesetzesänderungen möglich werden! Mit dem Konzept der TafelBox schaffen wir Fakten und wollen beweisen: „Mit klugen Lösungen und vereinten Kräften lassen sich auch gesellschaftlich hochkomplexe Probleme lösen“, ist Haiderer überzeugt.

Lebensmittel sind kostbar! Kooperation für ein lebenswertes Österreich.

„Qualitativ hochwertige, sichere und leistbare Lebensmittel sind wesentliche Grundelemente für ein lebenswertes Österreich. Die Sicherung dieser Lebensgrundlagen hat deshalb einen zentralen Stellenwert“ betont Ministerialrätin Mag.a Christine Hocholdinger, Abteilungsleiterin der Abteilung V/6 - Abfallvermeidung, - verwertung und -beurteilung, „und aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) die Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“ gestartet“, schildert Hochholdinger und zeigt sich überzeugt: „Die TafelBox ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Projekt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.“

Win-Win-Win im Sinne von Wirtschaft, Ökologie und Sozialem

Die Cateringunternehmen, Eventagenturen, Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe können mit dem Angebot der TafelBox im Sinne der Nachhaltigkeit ihre ökologische Verantwortung leben und mit gutem Beispiel vorangehen, was einen sorgfältigen Umgang mit Nahrungsmitteln betrifft. Von jeder gekauften Box geht automatisch ein Betrag von 20 Cent als Spende für die soziale Transferarbeit an die Wiener Tafel. Mit einem Euro kann die Wiener Tafel bis zu zehn Armutsbetroffene mit Lebensmitteln versorgen.

Starke Partnerschaften - Gelebte CSR

„Die Kooperation mit der Wiener Tafel und die Idee der TafelBox kommen genau zum richtigen Zeitpunkt“, schildert Lukas Schlosser, Bereichsleiter KASTNER-Logistik und CSR Beauftragter und betont: „Dieses einzigartige Projekt vereint gleich mehrere Themenbereiche: Bewusstseinsbildung zum sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln, Spendengenerierung für Bedürftige sowie die Möglichkeit, sich als Caterer verantwortungsbewusst zu zeigen und sich über das Anbieten von „Green Buffets“ vom Mitbewerb abheben zu können. Bereits im Rahmen unserer Projektinitiative „100% für den Genuss“ war die Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Catering und Buffetbereich ein wichtiges Thema“, so Schlosser. Und Christof Kastner, Geschäftsführender Gesellschafter KASTNER Gruppe, schildert die Motivation zum Engagement: „Nahversorgung, qualitativ hochwertige Lebensmittel und Regionalität zählen seit der Gründung 1828 zu den Kernkompetenzen von KASTNER. Bereits seit 1994 ist die soziale und ökologische Ressourcen-Schonung explizit in unserem Leitbild verankert. Mit BIOGAST sind wir seit dem Jahr 1999 der erste österreichische Bio-Großhändler für die Gastronomie. Das bedeutet: Nachhaltigkeit und CSR wurden im Unternehmen bereits gelebt, schon lange bevor diese Begriffe geprägt wurden“, so Kastner über die lange Tradition von CSR bei KASTNER.


Mit gutem Beispiel voran!

Ein starkes Signal als Leitbetrieb in der gehobenen Hotellerie setzt das Grand Hotel Wien als Fünf Sterne Haus und erste Adresse unter den traditionsreichen Ringstraßenhotels: „Ich freue mich, dass wir die Wiener Tafel bei der Vorstellung der TafelBox - eines so sinnvollen und unterstützungswürdigen Projektes im Sinne der Nachhaltigkeit und des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen an diesem wichtigen Tag - dem Welternährungstag - mit unseren Räumlichkeiten unterstützen können“, zeigt sich Horst Mayer, Generaldirektor des Grand Hotel Wien vom Konzept der TafelBox begeistert und fügt hinzu: „Ich habe große Hochachtung vor den Leistungen der Sozial- und Umweltorganisation der vergangenen 15 Jahre und wünsche der Wiener Tafel, dass sie mit der TafelBox ein starkes Signal gegen die Verschwendung von Lebensmitteln setzen kann!“


Brückenschlag vom Überfluss zum Bedarf

Als unabhängiger Sozial- und Umweltverein lebt die Wiener Tafel vom Engagement Freiwilligtätiger, von Sponsoring, von Mitgliedsbeiträgen und von Spenden. Um die Hilfslieferungen für inzwischen 99 Sozialeinrichtungen auch weiterhin in der gewohnten Qualität aufrecht erhalten zu können, braucht die Wiener Tafel dringend ein neues Hilfslieferfahrzeug! Ab sofort bittet die Wiener Tafel um Spenden für dieses wichtige Vorhaben: IBAN: AT09 2011 1310 0530 3005, BIC: GIBAATWW
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