14.03.2017, 10:00 Uhr

"Ärzte leiden unter Bürokratie"

Dr. Karl Danzinger, Praktischer Arzt in Allentsteig. (Foto: privat)

Dr. Danzinger stellt sich als Vertreter des Bezirks im Rahmen der Ärztekammerwahlen zur Verfügung.

ALLENTSTEIG (bs). Bis 1. April 2017 finden die Ärztekammer-Wahlen statt. Aus dem Bezirk Zwettl stellt sich Dr. Karl Danzinger aus Allentsteig als Sprachrohr für die Allgemeinmediziner zur Verfügung. Die Bezirksblätter Zwettl haben mit ihm gesprochen.

BEZIRKSBLÄTTER: Woran leiden die Ärzte im Bezirk Zwettl derzeit am meisten?
DANZINGER: "Die Ärzte im Bezirk leiden unter der Bürokratie und der damit verbundenen Arbeitsbelastung. Diese Zeit fehlt in der direkten Betreuung der Patienten. Die Kollegen in den Spitälern würden diese Zeit lieber für die Ausbildung nützen."

Wie kann man diese Situation verbessern? Was wäre dringend notwendig?
"Dringend notwendig wäre eine Überarbeitung des Leistungskataloges für die niedergelassenen Ärzte und die Aufhebung der Leistungsdeckelung. Dadurch könnte man die Wartezeiten bei den Facharztterminen verkürzen und die Spitalsambulanzen entlasten. Der Leistungskatalog müsste an die Anforderungen der modernen Medizin angepasst werden, denn Leistungen die „state of the art“ sind, werden einfach nicht bezahlt.
Auch Zusammenarbeitsformen zwischen den Ärzten müssten vereinfacht werden, dann bräuchte man auch kein neues Gesetz über unpersönliche Primärversorgungszentren."

Fühlen Sie sich von der aktuellen Kammerführung gut vertreten?
"Die Ärztekammern werden systematisch von der Politik geschwächt und bei Entscheidungen ausgegrenzt (z.B. kein Stimmrecht in der Landesgesundheitsplattform, zukünftig soll auch das Mitspracherecht bei der Errichtung von Ärzteplanstellen gestrichen werden). Insoferne ist es sicherlich schwierig, die Interessen der Ärzteschaft zu vertreten. Die unterschiedliche Bezahlung im Spitalsärztebereich und Überstundenentlohnung hat nicht gerade das Vertrauen in die Ärztekammern gestärkt. Und auch die Verhandlungen zu den Primärversorgungszentren (bzw. deren Ergebnis) hat der Kammerführung keine Pluspunkte eingebracht."
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