09.03.2017, 18:00 Uhr

Leben in einem Überwachungsstaat

Wer in Österreich lebt, wird permanent überwacht. Ob beim Einkaufen im Supermarkt, auf der Bank oder zu Hause. Die neue Epoche bringt eine unübersichtliche Anzahl von neuen Hilfsmittel, Medien, Technologien und vor allem auch Gefahren mit sich. Viele Menschen ist es nicht bewusst, wie sie tagtäglich überwacht werden und welche Folgen das für sie haben kann.

Erst sehr spät machen wir uns das Thema Datenschutz, Privatsphäre und Überwachung präsent. In der Schule gab es vor 10 Jahren kaum Hinweise auf Gefährdungen. Damals berichteten die Medien auch nur in einem geringen Ausmaß darüber. Im Prinzip werden wir den ganzen Tag überwacht. Das weiß mittlerweile fast jeder.
In der Früh steht man auf und greift zum Wecker, danach werden die Kaffeemaschine, das Handy und die Heizung bedient. Somit wissen die Konzerne, wann jemand aufsteht und wie er den Kaffee bei welcher Zimmertemperatur trinkt. Jeder Suchbegriff im Internet wird gespeichert und praktische Apps, die das Leben leichter machen, erweisen sich als Datenschutzfalle. Unsere Telefonate werden analysiert und überprüft. Kaum noch in der Arbeit angekommen werden wir von Kameras gefilmt und unser Handy analysiert erneut unsere Gewohnheiten. Gewinnspiele werden zur Erfassung der sensiblen Daten verwendet und die Gesundheitsdaten sind schon lange keine Privatangelegenheit mehr. Man findet kaum noch einen öffentlichen Platz, der nicht überwacht ist. Um sich zu schützen, reicht vermutlich nicht einmal eine einsame Insel aus. Obwohl in den Medien immer wieder von Facebook geredet wird, geht der Datenschutzraub weit über diese Plattform hinaus.


Doch wozu werden diese Daten gesammelt und wer profitiert davon?


Viele Menschen sagen, dass ihnen der Datenschutzraub egal sei, denn sie hätten nichts zu verbergen. Meistens entstehen diese Argumente durch Unwissenheit. Wie die meisten auch wissen, wird durch die Auswertung dieser privaten Daten der Markt angetrieben. Das Konsumverhalten, politische Einstellung und Interessen können stichfest dargelegt werden. Alleine durch das analysieren der Konstellation der Freundesliste und der gelikten Beiträge in Facebook, kann die politische Einstellung und die sexuelle Neigung erfasst werden. Wenn man zum Beispiel den Suchbegriff ,,Sport‘‘ oder ,,Urlaub‘‘ als Suchbegriff in Google eingibt, erscheinen in den nächsten Tagen immer mehr Werbeartikel zu diesen Begriffen. Unbewusst werden wir gezwungen, Sachen zu kaufen, die man nicht wirklich benötigt. Studien haben außerdem gezeigt, dass diese Produkte auch nur eine kurze Zeit in Verwendung sind.

Die Politik versucht uns klar zu machen, dass viele Überwachungen dringend notwendig sind, vor allem aufgrund der jüngsten terroristischen Ereignisse. Angriffe auf verschiedenste Systeme konnten bereits Krankenhäuser, Banken oder ganze Infrastrukturen lahm legen. Durch die Überwachung können potenzielle Kriminelle aufgespürt und Angriffe verhindert werden. Gibt man zum Beispiel den Begriff ,,Bombe‘‘ oder ,,Waffe‘‘ häufig in einer Suchmaschine ein, steht man bald unter spezieller Beobachtung. Es werden tagtäglich viele Kriminelle auf diesem Weg geschnappt.


Zusammengefasst kann gesagt werden, dass wir in einem Zeitalter der Überwachung angekommen sind. Eine Überwachung ist auch enorm wichtig, aber nur wenn es um den Schutz und die Sicherheit des Staates geht. Leider werden ebenfalls Daten gesammelt, um unser Kaufverhalten zu beeinflussen. Durch Tipps, Hinweise und Aufklärung können wir vermutlich noch einige sensible Daten für uns behalten. Jeder muss für sich selbst überlegen was er preisgibt, denn einmal im Internet, heißt immer im Internet.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.