06.12.2017, 08:00 Uhr

"Wollen offenes Haus mit Wohlfühlfaktor sein"

Andreas Artner beim Bezirksblätter-Gespräch im Faulenzerhotel Schweighofer in Friedersbach.

Business Brunch mit Andreas Artner, Geschäftsleiter Wiesenthal Zwettl

BEZIRKSBLÄTTER: Seit wann sind Sie nun Leiter des Autohauses in Zwettl? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?
ANDREAS ARTNER: "Ich arbeite seit 1999 in der Autobranche und seit Jänner 2014 in Zwettl. Davor war ich in einigen leitenden Positionen bei Automobilherstellern im Großhandel, etwa als Verkaufsdirektor bei KIA Österreich, tätig. Nach Zwettl bin ich gekommen, weil Wiesenthal mich abgeworben hat. Hintergrund waren meine Zwettler Wurzeln. Man könnte diesen Jobwechsel damals auch als Rückschritt sehen, für mich war und ist es aber ein Riesenschritt nach vorne. Ich trage die direkte Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Die Entscheidung, diesen Job anzunehmen, ist mir sehr leichtgefallen. Anfangs war ich Verkaufsleiter, sechs Monate später wurde ich zum Geschäftsleiter bestellt.
Meine Vorgänger waren nicht ortsansässig und deshalb hat das nicht so gut funktioniert. Ich habe damals also ein verunsichertes Team übernommen. Heute kann ich mit Stolz behaupten, dass wir gemeinsam das Ruder herumgerissen haben. Meine oberste Priorität liegt darin, den Betrieb gut zu führen und eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit zu haben. Bislang ist uns, dank meines tollen Teams, alles perfekt aufgegangen."

Wie hat sich das Autohaus Ihrer Meinung nach seit dieser Zeit entwickelt?
"Das Haus gibt es seit 1967. 1968 wurde es eröffnet. Der Außenauftritt wurde dann zuletzt 2008 neu gestaltet. Ich habe mit meinem Einstieg dennoch einige Änderungen vorgenommen: Mir war wichtig, dass der Kunde in die Mitte des Autohauses rückt und die Verkäufer alle ein eigenes Büro bekommen.
Auch Abläufe und Verantwortungsbereiche wurden von mir gleich zu Beginn umgekrempelt. Danach wurde auf Frequenz und Kundenakquise gesetzt. Hier habe ich durch mein altes Netzwerk und anschließend auch durch Weiterempfehlung viele Kunden ins Haus bekommen. Es ist nun zwar schön, eine gute Zwischenbilanz ziehen zu können, aber für uns bedeutet das weiter hart zu arbeiten. Für mich ist es der größte Erfolg, wenn man gut über uns redet. Mein Bestreben ist es, dass man sich bei uns wohlfühlt."

Der angesprochene Umbau steht für offen, einladend. Soll genau das dem Kunden vermittelt werden? Stichwort „Kochen unter Sternen“.
"Ganz genau so ist es. Wir wollen mit diversen Events das Haus öffnen und auch Noch-Nichtkunden zeigen. Dass sich daraus dann auch langfristig Synergien ergeben, ist natürlich ein schöner Beigeschmack."

Sie haben ein breites Angebot: Vom kleinen Stadtflitzer (Citroen) bis hin zur Luxuslimousine gibt es in Ihrem Haus alles. Was kennen die Kunden bisher vielleicht zu wenig?
"Uns war klar, dass wir mehr auffallen müssen. Wir haben also Beleuchtungen oder die Autopräsentationen ganz bewusst besser in Szene gesetzt."

Haben Ihnen die neuen, kleineren Mercedes-Modelle und die A-Klasse dabei geholfen, den Mantel des Autohauses für die Oberschicht abzulegen?
"Ja, ganz sicher. Wir können heute wirklich jede Schicht bedienen – auch im Gebrauchtwagensektor. Wir haben 2013 insgesamt 250 Fahrzeuge (ohne Lkws) verkauft.
2016 waren es schon 470 – und das bei gleicher Mitarbeiterzahl. Mir ist es sehr wichtig, Arbeitsplätze in Zwettl zu sichern und demnächst auch bald neue zu schaffen. Aktuell suchen wir etwa einen Kundendienstberater für Pkws.
Dennoch darf auch bei aller Verkaufssteigerung die Kundenzufriedenheit nicht darunter leiden. Der Kunde steht bei uns immer an erster Stelle. Das ist uns ganz wichtig."

Auf dem Sektor Lkw gibt es ebenfalls viel Bewegung: Welche Rolle spielen diese in Ihrem Haus?
"Auch hier sind wir kompetenter Ansprechpartner in allen Belangen. 2016 wurden wir sogar als Österreichs beste Lkw-Stätte bei der Kundenzufriedenheit ausgezeichnet.
Aktuell verkaufen wir rund 120 Lkws im Jahr. Das entspricht dem höchsten Marktanteil in einer Region von ganz Europa (rund 50 Prozent). Mittlerweile schlägt sich das auch in unserer Werkstätten-Auslastung nieder. Diese wird bereits zur Hälfte von den Lkws eingenommen."

Wo sehen Sie das Autohaus in zehn Jahren?
"Ich bin kein Freund von schnellem Wachstum oder großen Sprüngen. Ich setze auf Kontinuität und sehe uns stabil aufgestellt. Und das aufgrund unserer guten Produkte und vor allem unseres tollen Teams."

Sie haben Ihre Mitarbeiter im Laufe des Interviews mehrmals positiv hervorgehoben. Die Mitarbeiterführung ist also ein Steckenpferd von Ihnen?
"Ja. Ich gebe die ungefähre Zielvorgabe vor und halte das operative Geschäft im Auge. Meine Haupttätigkeit ist aber: Wo setze ich meine Leute am besten ein? Ich finde, dass man sich nicht überall einmischen und genaue Dienstvorgaben erteilen muss. So können die Mitarbeiter ihr Potenzial entfalten und auch Eigenverantwortung übernehmen."
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