04.10.2016, 12:26 Uhr

Wo das Wasser recht grundlos ist !

Der YCBS an der tiefsten Stelle des Mittelmeeres.

Der Yachtclub Braunau-Simbach (YCBS) ist wieder einmal auf Abenteuerreise. In den Jahren 2011/2012 begaben sich eine Reihe seiner Mitglieder auf die Route des antiken Helden Odysseus und 2014 bis 2018 läuft nun ein großes Segelprojekt unter dem Namen MARE VOSTRUM, wo speziell der vergangenen österreichischen Seefahrt gedacht wird. Im Mai dieses Jahres befuhr z.B. eine YCBS-Delegation mit TV-Begleitung die albanischen und montenegrinischen Gewässer und besuchte Schiffsuntergangsstellen, so die der LINZ vor Kap Rodoni, der dramatischten maritimen Katastrophe mit geschätzten 2.700 Toten. Im Fernsehen wird davon berichtet werden: So. 12. 3. 2017 16:30, ORF2, Sendung „Erlebnis Österreich“.

Im Jahr 1891 wurden von einer österreichischen Forschungsexpedition die mediterranen Gewässer mit ihren Bodenformationen vermessen und dabei die sogenannte Pola-Tiefe mit 4.404 Metern entdeckt. Später fand man allerdings etwa 30 Seemeilen (55 km) nördlicher die heute gültige tiefste Stelle des Mittelmeeres, die als Calypso-Tief bezeichnete geografische Position 36° 34’ Nord / 21° 08‘ Ost, wo es sagenhafte 5.267 Meter von der Meeresoberfläche bis zum Grund hinuntergeht.

Die derzeit aktuellste Reise des Yachtclubs führte nun ein Team unter Leitung von YCBS-Ehrencommodore Christian Haidinger und Hochsee-Beirat Gerhard Nagy zu eben dieser abgründigen Stelle. Als Yachteigner und furchtloser Schiffsführer stellte sich Vice-Vereinschef Felix Forster mit seinem Segelkatamaran namens EL GRECO IV zur Verfügung. Zusammen mit drei weiteren Teilnehmern steuerten die Spurensucher nun die besondere Örtlichkeit an. Dort versenkten sie einen YCBS-Gedenkstein. Der brauchte dann immerhin rund 45 Minuten bis zum Grund, wobei Christian Haidinger die ersten Meter mit tauchte und zum Glück dann aber an der Oberfläche wieder zum Vorschein kam.

Die Anreise zuvor begann in Korfu, führte in Stationen zu den Inseln Paxos, Ithaka und Zykynthos, dann weiter zu den kleinen Eilanden der Strophaden, wo die YCBS-Abenteurer überraschenderweise von einem Einsiedler herzlich empfangen wurden. Dieser zeigte ihnen in einer sehr interessanten Führung sein Reich, in welchem er im Auftrag der Zakyntischen Kirche über die Inseln und die alten Klosteranlagen wacht. Eine Einladung zu einem Abendessen am Schiff nahm der einsame Mann sehr gerne zur geselligen Abwechslung an, wobei die sprachlichen Barrieren dank Felix Forsters beachtlicher Griechisch-Kenntnisse bestens und lustig umschifft werden konnten.

Die mit Samstag, den 24. September 2016 begonnene 14-tägige Reise führte vom Mittelmeer-Tief anschließend hinüber zum Peloponnes, wo die venezianische Festung von Methoni am westlichen Finger Besuchs- und Nächtigungsziel war. Über weitere Stationen im südlichen Ionischen Meer und in einem Kykladenbogen geht die Yacht hinauf bis nach Lavrion an der Halbinsel Attika, an deren südöstlichen Spitze Meeresgott Poseidon selbst in seinem antiken Tempel über Schiff und Crew seine schützende Hand hält.

Der YCBS und sein Projekt MARE VOSTRUM werden noch weitere Abenteuer bestehen. Im Jahr 2018 - hundert Jahre nach Beendigung des 1. Weltkrieges und dem damit verbundenen Ende der österreichischen Handels- und Kriegsmarine - wird es eine große multimediale Rückschau auf die Gedenkfahrten des YCBS geben. „Wer schon vorher die Erlebnisse etwas nachlesen bzw. mitverfolgen will, der findet im Internet unter www.ycbs.at spannende Berichte der wackeren Seefahrer“, so der Yachtclub-Vereinschef Commodore Klaus Schäfer.
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