20.08.2016, 01:30 Uhr

Trophee des Montagnes 2016

Petra mit Coffee und Crazy © Speedrunners.at
Das härteste Canicross Rennen mit 10 Etappen in 9 Tagen mit gesamt 67 Kilometern und über 3200 Höhenmetern, in den französischen Alpen. Ein Bericht der einzigen Österreicherin die zum zweiten mal am Start war und sich mit ihren zwei Hunden im Team den dritten Platz erkämpfte.

Petra B.:
Bereits bei der Rückfahrt 2015 von der TDM wusste ich, dass ich 2016 wieder an den Start gehen möchte. Also trainierte ich fleißig für die diversen Etappen und im Mai 2016 nahmen wir Crazy die Schwester von Coffee zu uns. Reinhard Monschein und Tamara Mühlehner wussten, dass sie das Zeug für diese Rennen hätte.

Wir reisten am Donnerstag vor Beginn der TDM nach Frankreich, genauer gesagt nach Bourgh d‘ Oisans, dort hatten wir ein Appartement gemietet das jeden Komfort für die Hunde bieten würde. Eine nette Wohnung, viel Schatten, ein großer Garten und ein Bach für die Hunde waren für die nächsten Tage unser zu Hause. Die Fahrt gestaltete sich komplikationslos, die 1000 km waren schnell gefahren und Werner hatte für die Hundeboxen im Auto eine ganz tolle Kühlung gemacht, die auch bei 33 Grad Außentemperatur bestens funktionierte.

Am Freitag vor der TDM gingen wir die Bergetappe ab, es war bei kühlen Temperaturen eine angenehme Wanderung und ich kannte beinahe jeden Stein. Die Hunde waren von der Strecke schon sehr begeistert. In den nächsten Tagen würden wir 67 km und 3200 m Höhenunterschied absolvieren müssen.

Am Samstag ab 9.00 Uhr war der Veterinär-Check. Coffee und Crazy sind super in Form und wir erhielten ohne Probleme die Starterlaubnis sowie die Startnummer 31. Um 18.00 Uhr war der Start zur 1. Etappe in Oz en Oisans geplant, mit Nummer 31 waren wir für den 1. Startblock eingeteilt.

Gut ausgeruht, aufgewärmt und die Hunde gewässert stellten ich mich mit Coffee in meinen Block, die Spannung war den Hunden und Läufern stark anzumerken. Manche Hunde konnten nur noch mit Mühe gehalten werden, auch Coffee war fast nicht mehr zu halten. Das Startsignal ertönte und es ging über eine Schipiste hinauf los. Die Anstiege waren wie immer kein Problem für uns. Das Bergablaufen hatte ich auch trainiert da es ja immer noch meine Schwachstelle ist. In Kürze war die 1. Etappe gelaufen und wir landeten auf Platz 3. Der Sprecher war wie schon im Vorjahr begeistert, dass ein Team aus Österreich am Start ist.

Am Sonntag sollte meine Lieblingsstrecke, nur bergauf, gelaufen werden. Wie immer gut vorbereitet standen wir in unserer Startbox und es ging los. Team um Team konnten wir bergauf überholen. Das Ziel liegt auf 2050 m Seehöhe, da wird die Luft schon etwas dünn. In Zielnähe mussten einige Läufer bereits gehen, wir konnten immer noch laufen. Meinen 3. Platz konnte ich auch halten. Noch sehr fit wanderten wir einen Teil der 3. Etappe ab, sie sollte auf 2050 m Höhe gestartet werden und ca. 6 km lang sein.

Für die 3. Etappe, der Start war in 2050 m Höhe mussten alle Teams zuerst mit der Seilbahn nach oben fahren. Es war sehr hektisch, bis die 250 Teams und Betreuer nach oben gelangt waren. Die Strecke war sehr schön zu laufen und wir waren weiterhin auf Platz 3. Am Nachmittag war die Siegerehrung der ersten 3 Etappen.

Etappe 4 und 5 war in Allemont. Es waren die längsten Strecken mit steilen Anstiegen und viel Bergabpassagen. Für Etappe 5 hatte ich geplant, mit Crazy zu starten. Vor dem Start war ich mir nicht ganz sicher ob sie gut weglaufen würde und die notwendigen Nerven hat. Aber dann war es soweit und sie donnerte nur so aus ihrer Startbox raus, wir überholten Läufer um Läufer. Einige km vor dem Ziel wurde sie immer schneller und wir konnten eine gute Zeit erzielen. Ich bin total stolz auf die kleine Crazy, sie hat ganz viel Herz und Kampfgeist bewiesen. Bei dieser Teilsiegerehrung waren wir wieder auf Platz 3 zu finden.

Villard Reculas war für Etappe 6 im Programm. Die hatte es in sich, viele Anstiege, sehr schmale Trails, wäre man ausgerutscht, hätte man einige Meter wieder hoch müssen, um auf den Trail zu gelangen. Hinter uns und vor uns kam es zu einigen Stürzen. Nach dieser Etappe sah man schon sehr viel eingebundene Knie und Füße. Aber Coffee ist wie immer sicher mit mir ins Ziel gelaufen und wir konnten den 3. Platz weiterhin halten.

Die nächste Station sollte Auris sein, ein toller Schiort in 1600 m Höhe, wir hatten einen Teil davon in den letzten Tagen bereits besichtigt. Dort würden die letzten 4 Etappen inklusive Nachtlauf gelaufen.

Also waren wir für den Nachtlauf Start um 21.30 Uhr rechtzeitig in Auris. Ich hatte geplant, mit Crazy den Nachtlauf zu absolvieren. Sie lief im Schein der Stirnlampe eine ganz tolle Zeit. Spät mit dem Lauf fertig, mussten wir in der Früh wieder bald in Auris sein, Etappe 8 mit ca. 8 km und wieder einige Höhenmeter standen am Programm. Die letzten Kilometer sollten noch steil bergauf gehen, das war für Coffee und mich wieder ein Highlight. Wir überholten einige Teams, viele Läufer mussten bereits gehen, ein Läufer aus Deutschland sagte zu mir beim Überholen “jetzt kommt der Austrian Train” und wir liefen mit einer super Zeit und noch sehr frisch ins Ziel. An diesem Tag war noch Etappe 9 am Plan und daher lief ich diese wieder mit Crazy. Sie wurde mit jedem Start besser und lief eine tolle Zeit.

Etappe 10 sollte noch einmal stark werden, Coffee war noch immer voll motiviert und er war am Start kaum zu halten. Die ersten Kilometer ging es ja nur so dahin, aber dann wie immer kamen die Anstiege. Die Hitze und die steilen Anstiege machte vielen Teams zu schaffen. Wir kamen mit einer sehr guten Zeit und noch immer fit ins Ziel.

Die TDM war für uns nun zu Ende. Am Nachmittag fand noch eine sehr schöne Siegerehrung statt. Für Montag war die Heimreise geplant und mein Plan für 2017 steht bereits, TDM wir kommen wieder!!! Leider kann man auf den Laufstrecken nicht sehr viel von der schönen Umgebung sehen, da man bei jeden Schritt und Tritt sehr aufpassen muss.

Ein rießen Pfotendruck an meine super Hunde Coffee und Crazy. Ein ganz großer Dank an Werner für die unermüdlichen Betreuerdienste – Wasserflaschen für Hunde am Start und im Ziel und vieles mehr! Danke auch an Tamara Mühlehner und Reinhard Monschein für die ganz tollen Hunde, die mich jede Sekunde und bei jedem Schritt der TDM unterstützten und mit viel Qualität, Herz und Verstand ihre Arbeit machen.

Informationen zu Canicross unter
www.speedrunners.at
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