09.08.2016, 15:58 Uhr

Fragen und Antworten rund um Schönbrunns Pandasegen

Der neueste Zuwachs im Pandahaus wurde am 7. August 2016 geboren und ist noch namenlos. Auch das Geschlecht ist noch unbekannt. (Foto: Tiergarten Schönbrunn)

Wann kann man das neue Pandababy live sehen? Und wie entwickelt sich ein Panda?

HIETZING. Im Tiergarten Schönbrunn ist vor wenigen Tagen ein Pandababy zur Welt gekommen - für Mama Yang Yang schon ihr viertes Kind. Das ist durchaus außergewöhnlich: Nur wenigen Zoos gelingt es, auf natürlichem Weg gezeugten Pandanachwuchs zu züchten. Warum Yang Yang so fruchtbar ist, wann das Pandajunge besichtigt werden kann und weitere Fragen beantwortet Eveline Dungl, Zoologin im Tiergarten Schönbrunn.

Wie lange wird das Pandababy in der Wurfbox bei der Mutter sein? Wie lange ist das Pandahaus geschlossen? Wann können Besucher das Junge live sehen?
Wie lange sie in der Wurfbox bleiben, entscheiden Mutter und Jungtier selbst. Unsere letzten drei Jungtiere haben im Alter von etwa vier Monaten erste Ausflüge aus der Wurfbox unternommen. Soweit alles gut verläuft, wird das Pandahaus für ein bis zwei Wochen geschlossen bleiben, damit Mutter und Jungtier die nötige Ruhe haben. Vermutlich wird das Jungtier im Jänner die ersten Schritte in die Innenanlage wagen und damit für Besucher live zu sehen sein. Bis dahin versuchen wir alle mit Videos und Fotos am Laufenden zu halten.

Was sind die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung eines Pandajungen?
Bei der Geburt sind Pandas sehr hilflos, aber die Entwicklung geht dann recht rasch. Ab einem Alter von 10 bis 12 Tagen kann man bereits die pandatypische schwarzweiße Fellzeichnung erkennen. Zwischen dem 35. und 48. Lebenstag werden die Augen geöffnet. Mit 100 Tagen bekommt ein Pandababy nach chinesischer Tradition seinen Namen verliehen. Mit 4 Monaten werden, wie gesagt, die ersten Ausflüge aus der Wurfbox unternommen. Mit etwa fünfeinhalb bis sechs Monaten machen sich Pandajungtiere spielerisch mit Bambus vertraut.

Hat Yang Yang die Geburt gut überstanden?
Ja, Yang Yang ist mittlerweile schon sehr routiniert und war auf die Geburt gut vorbereitet. Sie hat schon Tage davor viel Zeit in der Wurfbox verbracht und sich aus Bambusblättern und Zweigen ein Nest gebaut. In dieser Zeit frisst sie auch kaum noch. Auch jetzt bei der Aufzucht merkt man, dass sie eine erfahrene Panda-Mutter ist.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pandajunge das erste Jahr nicht überlebt, liegt bei 40 Prozent. Was kann hier alles passieren?
Pandajunge kommen schwach entwickelt zur Welt und benötigen rund um die Uhr die Fürsorge der Mutter. Kommt ein Jungtier geschwächt zur Welt oder ist das Weibchen unerfahren, kann das Jungtier sterben.

Warum gelingt es dem Pandapärchen im Tiergarten so gut, Nachkommen zu zeugen?
Wir werden oft nach einem „Geheimrezept“ gefragt, aber das gibt es nicht. Es ist sicherlich ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Aspekten. Yang Yang und Long Hui sind ein sehr harmonisches Paar, das Pflegerteam leistet tolle Arbeit, die Anlage ist gut strukturiert und bietet optimale Bedingungen,… dies sind nur einige Aspekte, die vermutlich dazu beitragen.

Was passiert mit dem neuen Pandababy? Wird es auch nach China umziehen? Wann?
Jeder Pandanachwuchs gehört der Volksrepublik China und wird, wie vertraglich festgelegt, im Alter von 2 Jahren nach China übersiedeln. Der Zeitpunkt ist auch jener, in dem Pandajungtiere im Freiland ihre Mütter verlassen oder sogar von ihnen vertrieben werden, um sich ein eigenes Revier zu suchen.

Was wird das Kleine für einen Namen erhalten?
Pandajungtiere erhalten nach chinesischer Tradition ihren Namen im Alter von 100 Tagen.

Wie geht es seinen Geschwistern Fu Long, Fu Bao und Fu Hu?
Sie leben in verschiedenen Pandahaltungen in China und es geht ihnen, den Berichten und Fotos der chinesischen Kollegen zufolge, sehr gut. Alle drei sind prächtige Pandas geworden. Wir freuen uns immer, wenn wir Neuigkeiten von ihnen aus China erhalten.
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 12.08.2016 | 09:49   Melden
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