26.09.2016, 10:23 Uhr

Bezirksvorsteherin über Nacht: Was nun?

Die zukünftige Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger stellt ihr Team bis November neu auf. (Foto: Foto: Pufler)

Die Grünen müssen sich nach dem Wahlsieg in der Bezirksvertretung neu aufstellen. Das braucht Zeit.

LEOPOLDSTADT. Der grüne Wahlsieg in der Leopoldstadt kam unerwartet. Neben den politischen Mitbewerbern und sämtlichen Beobachtern waren es vor allem die Grünen selbst, die vom ersten Platz überrumpelt wurden.

Plötzlich Bezirksvorsteher, was nun? Über Nacht brauchen die Grünen 22 Mandatare in wesentlichen Schlüsselfunktionen. Acht Ausschüsse müssen besetzt werden – namentlich der Bau, Umwelt, Finanz, Verkehr, Kultur, Bezirksentwicklung, Soziales und Kinder und Jugend. Die Personalreserven seien jedenfalls da, so die zukünftige Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger. Doch jetzt brauche man erstmal Zeit, um den Wahlsieg zu verarbeiten. "Ich bin noch mit meinem alten Beruf beschäftigt. Mein Team und ich brauchen noch etwas Zeit", sagt Lichtenegger.

Angelobung im November

Zeit haben die Grünen wahrscheinlich bis Mitte November, dann muss das Team zur Angelobung der neuen Bezirksvorsteherin stehen. Zwei fixe Personalentscheidungen wurden bereits kommuniziert: das grüne Leopoldstädter Urgestein Adi Hasch nimmt künftig das Amt des Bezirksvorsteher-Stellvertreters ein, Wolfgang Kamptner wird Klubobmann.

Mit Hasch holt sich Uschi Lichtenegger einen sehr erfahrenen Bezirkspolitiker in die zweite Reihe. Der 59-Jährige ist Gründungsmitglied der Grünen im zweiten Bezirk, seit 1991 Leopoldstädter Bezirksrat und fungierte von 2005 bis 2010 unter dem SP-Bezirksvorsteher Gerhard Kubik als zweiter Stellvertreter. Auch Hasch sagt, man brauche Zeit, um sich zu konsolidieren. "Wir arbeiten derzeit hart daran, um uns personell gut aufzustellen. Die Besetzung der Ausschüsse ist kein Problem. Wir haben genug Leute mit Know-how", sagt der Grüne. Man bereite sich derzeit auf die Ämter vor, müsse aber auch noch gegenüber Noch-Bezirksvorsteher Karlheinz Hora (SPÖ) Respekt zeigen.

Gerade die SPÖ wird man auch zukünftig bei vielen Entscheidungen im Bezirk brauchen. Es gilt, Allianzen zu schmieden. Hier ist Hasch ein erfahrender Diplomat. "Es wird Gespräche mit allen Parteien geben, natürlich auch mit der FPÖ und den kleineren Fraktionen", so Hasch. Dabei sei die SPÖ auch aufgrund der Stadtkoalition eine naheliegende erste Ansprechpartnerin.

Reger Austausch mit SPÖ

Von Seiten der Sozialdemokraten zeigt man sich auch zuversichtlich. "Auf der Klubobmann-Ebene findet ein reger Austausch statt", sagt die zukünftige Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Astrid Rompolt (SPÖ). Gerade Uschi Lichtenegger und Adi Hasch erachtet Rompolt als sehr kompetent. Aber auch die SPÖ sei nun in einer neuen Rolle und müsse sich erstmal darin zurechtfinden. "Fraglich ist jedoch, wie die Grünen mit dem Sekretariat weiter verfahren werden", so Rompolt. Für eine Antwort auf diese Frage sei es auch noch zu früh, so Lichtenegger.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.