Gedenken an Rosa Jochmann

Ehrten den 110. Geburtstag Rosa Jochmanns, einer überzeugten Widerstandskämpferin und Antifaschistin: Eva-Maria Hatzl, Sandra Frauenberger und Zeitzeugin Herta Slabina von den FreiheitskämpferInnen (v.l.n.r.).
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  • Ehrten den 110. Geburtstag Rosa Jochmanns, einer überzeugten Widerstandskämpferin und Antifaschistin: Eva-Maria Hatzl, Sandra Frauenberger und Zeitzeugin Herta Slabina von den FreiheitskämpferInnen (v.l.n.r.).
  • hochgeladen von Petra Bukowsky

Die Bezirksfrauen der SPÖ-Simmering baten anlässlich des Ehrentages Rosa Jochmanns zur feierlichen Kranzniederlegung am Zentralfriedhof.

„Wir stehen heute vor einer ganz großen Frau, die nie aufgehört hat zu kämpfen“, begrüßten Stadträtin Sandra Frauenberger und Landtagsabgeordnete Eva-Maria Hatzl Zeitzeugen wie Herta Slabina, FreiheitskämpferInnen und politisch Interessierte vergangene Woche zur Kranzniederlegung zu Rosa Jochmanns 110. Geburtstages, eine der begabtesten Politikerinnen Österreichs.

Kämpferin und Antifaschistin
1901 wurde Rosa Jochmann in eine aus Mähren zugewanderte Familie in Brigittenau geboren. Bald übersiedelte man in die sogenannten Krankenkassenhäuser in den 11. Bezirk. Mit 15 arbeitete Rosa in einer Simmeringer Süßwarenfabrik und trat 1919 der Chemiearbeitergewerkschaft bei. Schnell wurde sie Betriebsratsvorsitzende in der Glasglühstrumpffabrik Auer.

1931 wechselte Jochmann in das Frauenzentralkomitee, kam 1933 in den Parteivorstand der SDAP und war Gründungsmitglied der Revolutionären Sozialisten. Sie wurde mehrfach inhaftiert und wegen „Verbreitung illegaler Schriften“ zu schwerer Kerkerhaft verdonnert.

KZ für Jochmann
Nach Hitlers Einmarsch folgte die Deportation ins Frauen-KZ Ravensbrück – mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“. „Sie war auch hier unerschrocken und setzte sich immer wieder für die Schwächeren ein“, erinnerte Hatzl. Für Rosa bedeutete dies Zwangsarbeit und monatelange Dunkelhaft mit Essensentzug.

Nach Kriegsende stürzte sich Jochmann sofort wieder ins Politgeschehen. Bis 1967 war sie Abgeordnete zum Nationalrat und fungierte als Zentralsekretärin der SPÖ Frauen. Um das Andenken und die Gräuel des Faschismus lebendig zu halten, besuchte sie noch im hohen Alter Schulen und sprach mit jungen Menschen.

„Rosa Jochmann war nicht nur eine Mahnerin, sondern auch eine Kämpferin gegen alles was Unrecht bedeutet und die Menschenwürde verletzt“, zitierte abschließend Herta Slabina den ehemaligen Simmeringer Bezirksvorsteher Otto Brix vor dem Ehrengrab.

Spuren in Simmering
Noch heute findet man Rosa Jochmanns Spuren in Simmering: So wurde die Rosa-Jochmann-Schule und der Rosa-Jochmann-Ring nach ihr benannt. An dem Wohnhaus in der Braunhubergasse ist eine Gedenktafel angebracht und ihr Leben wurde in dem Buch „Rosa Jochmann – Zeitzeugin“ (Sporrer/Steiner; Europa-Verlag) verewigt.

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