02.05.2016, 10:00 Uhr

Spargelernte wegen Kälte in Gefahr

Vor allem dem grünen Spargel macht die Kälte schwer zu schaffen – schwere Einbussen erwartet.

EEFERDING (raa). Am liebsten wären dem grünen Spargel um die 20 Grad Celsius. "Er braucht 12 bis 15 Grad, aber erst ab 20 wächst er auch richtig", weiß Stefan Hamedinger vom Verband der Obst- und Gemüseproduzenten OÖ. Das aktuelle Wetter bietet alles andere als gute Voraussetzungen für den grünen Spargel. "Der wächst nämlich, im Gegensatz zu seinem weißen Kollegen nicht von Erde geschützt." Schon jetzt rechnet man im Raum Eferding mit Ertragseinbußen von bis zu 15 Prozent. Und je länger es kalt bleibt, desto mehr verschlimmert sich die Situation für das trendige Gemüse. "Die Saison dauert maximal acht Wochen. Wenn es nicht deutlich wärmer wird, werden pro Woche weitere zehn bis 15 Prozent des Ertrages verloren gehen", so der Gemüseexperte. Viele der Spargelbauern der Region klagen, so Hamedinger, über einen Mehraufwand an Arbeit und die Aussicht auf keinen Ertrag. Auch der lang anhaltende Regen stellt hier eher ein Problem als einen Segen dar. "So nützlich er für die Landwirtschaft ansonsten ist, zur Zeit kühlt der Regen den Boden weiter ab, und das mag der grüne Spargel gar nicht."
Während es im Gemüsebereich vor allem beim grünen Spargel um Kopf und Kragen geht, sind bei den Obstbauern besonders deren frühe Erdbeersorten betroffen.

Auch Erdbeeren betroffen

"Im Großen und Ganzen werden wir wohl noch mit einem blauen Auge davonkommen", so Heimo Strebl, Referent für den Obstbau bei der Landwirtschaftskammer. "Von 400 Hektar Erdbeeren sind wohl 50 Hektar durch die Kälte massiv betroffen", meint Strebl. Diese frühen Sorten befinden sich vorwiegend im Eferdinger Becken. Primär macht die Kälte im Boden den Erdbeeren zu schaffen. Insgesamt schätzt man die Schäden laut Landwirtschaftskammer im Obstbereich eher moderat ein. "Vor allem, weil die meisten Sorten erst noch kommen." Auch, so betont Strebl, sei die Erdbeere an sich in Bezug auf Frost sehr widerstandsfähig. "Mitbetroffen können auch Marillen sein, bei denen sich die Frucht schon entwickelt hat, sowie manche Kernobstsorten", erklärt der Obstbau-Experte. Nicht so optimistisch zeigt sich der Geschäftsführer des Naturparks Obst-Hügel-Land. "Es sind auch viele Kirschensorten sehr großflächig betroffen", berichtet Rainer Silber. "Bei den Marillen fürchten manche Bauern sogar einen Komplettausfall der Ernte." Silber hat so einen Wintereinbruch im April seit Bestehen des Naturparks noch nicht erlebt. "Die Arbeit der Bauern wird nicht weniger, da schmerzt der Ausfall umso mehr", klagt Silber.
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