Stadt Innsbruck baut Flüchtlings-Sonderquartiere weiter aus

(IKM) Für minderjährige Flüchtlinge, die in Tirol aufgegriffen werden, fungiert die Stadt Innsbruck als gesetzliche Vertreterin. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland zwischen dem 26. Mai und 15. Juni auf Grund des bevorstehenden G7-Gipfels das Schengen-Abkommen außer Kraft gesetzt und wieder Grenzkontrollen eingeführt hat, war davon auszugehen, dass in diesem Zeitraum mehr Flüchtlinge – darunter auch Minderjährige – in Tirol von der Polizei aufgegriffen werden.

Notquartiere in Westendorf für unbegleitete Minderjährige
Die Stadt Innsbruck hatte dafür eigens einen Notfallplan erstellt, um den Flüchtlingen für die Zeit der Grenzsperren eine entsprechende Betreuung zu bieten. Wenngleich die Zuständigkeit zur Beherbergung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge generell beim Land Tirol liegt, übernahm die Stadt Innsbruck selbst deren Unterbringung im Heim Westendorf. Ausschlaggebend für die Wahl des Standortes war, dass dort die erforderliche Kapazität und Infrastruktur geboten wird, um eine bestmögliche Betreuung für die Minderjährigen zu gewährleisten. „Die Einrichtung in Westendorf bietet gute Voraussetzungen für die Betreuung der minderjährigen Flüchtlinge. Dort erhalten sie ein angemessenes Übergangsquartier und werden entsprechend von MitarbeiterInnen der Stadt betreut. Dies muss in den nächsten 14 Tagen wohl noch ausgebaut werden“, erläutert Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Die 25 Plätze im Haus Forellenhof sind nun bereits seit heute Samstag voll belegt. Ursprünglich ist man davon ausgegangen, dass diese Plätze für zwei Wochen ausreichend sind. Das Kinderfreundehaus auf der Hungerburg wird für 40 Plätze gerade vorbereitet, weitere Plätze sind in Planung.

Man geht davon aus, dass die Flüchtlinge voraussichtlich keinen Asylantrag in Österreich stellen werden, weil sie sich größtenteils auf der Durchreise nach Deutschland oder Skandinavien befinden. Danach sollte die Betreuung wieder in den Regelbetrieb übergehen und die Unterkünfte wieder vom Land Tirol zur Verfügung gestellt werden.

Innsbrucker Notfallplan für Flüchtlinge
Der Innsbrucker Notfallplan beinhaltet neben der Betreuung und Beherbergung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auch Notfallquartiere für bis zu 430 weitere Personen. „In Kooperation mit dem Roten Kreuz wird die Funsporthalle am Paschbergweg als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt“, bestätigt Elmar Rizzoli, Amtsleiter für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen. Diese wird nun auch konkret vorbereitet. Aufgrund der aktuellen Lage wird die Bürgermeisterin den Klubobleuterat morgen Sonntag informieren. (MIR/KS

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