Vorsicht in der Bezirkshauptstadt
"Dubiose" Fassadenreiniger in Korneuburg unterwegs
- Der gereinigte Fleck hinter Georg Köhldorfer sieht sauber aus, dennoch ist der Korneuburger froh, die Arbeiter wieder weggeschickt zu haben.
- Foto: Sandra Schütz
- hochgeladen von Sandra Schütz
Im August 2019 waren sie im Raum Zwettl unterwegs, jetzt sind sie in Korneuburg angekommen: Fassadenreiniger, die sofort arbeiten, jedoch keinen Kostenvoranschlag oder eine Rechnung legen wollen. "Ich hatte kein gutes Gefühl. Nach Recherche im Internet, bei der ich auch auf einen Bezirksblätter-Artikel gestoßen bin, war ich froh, die Männer wieder weggeschickt zu haben", erzählt Georg Köhldorfer.
BEZIRK | STADT KORNEUBURG. Es war vor ein paar Tagen, der Korneuburger stand im Vorgarten seines Reihenhauses, als ihn plötzlich zwei Personen ansprachen. "Sie stellen sich als Firma Carlos vor, hatten sogar eine Visitenkarte dabei und boten mir an, meine Fassade zu reinigen." Weil diese ohnehin im Laufe der Zeit sehr verschmutzt war, nahm Köhldorfer das Angebot eines Probearbeitens an. "Sie reinigten einen Fleck auf der Fassade, der war dann sauber und sah gut aus." Der Korneuburger wollte sich die Beauftragung überlegen, verlangte einen schriftlichen Kostenvoranschlag und bat um ein wenig Bedenkzeit. "Das haben sie sofort abgelehnt. Einen Kostenvoranschlag gäbe es nicht, sie wollten eigentlich sofort zu arbeiten beginnen." Mit einem unguten Gefühl im Bauch schickte Köhldorfer die "Fassadenreiniger" wieder weg, gab jedoch an, sich telefonisch zu melden.
Recherche bestätigte Bauchgefühl
Kostenvoranschlag und Rechnung waren aber nicht die einzigen Indizien, dass hier etwas nicht stimmen konnte. "Der Bereich, der gereinigt wurde, sah gut aus. Man hat aber gerochen, dass da Chlor mit im Spiel war. Auf meine Frage nach einer Abdeckung des Bodens, schließlich kann das Schmutz- und Putzwasser ja nicht einfach herunter rinnen, zudem wäre im Gartenbereich eine Holzterrasse davon betroffen, bekam ich keine zufriedenstellende Antwort. Das sei nicht notwendig, das machen sie nicht", erzählt Köhldorfer weiter. Auch Nachbarn wurden von den beiden Männern angesprochen, die in einem roten Auto mit einem Linz-Land-Kennzeichen unterwegs waren. Beauftragt wurden sie von niemandem.
"Ich habe dann im Internet recherchiert und bin auf einen Bericht der Bezirksblätter Zwettl gestoßen. Dort waren die anscheinend auch unterwegs und die Polizei warnte sogar schon vor ihnen. Jetzt bin ich froh, diesen Fassadenreinigern keinen Auftrag gegeben und auch nicht wieder angerufen zu haben."
Bei Polizei melden
"Das kommt leider immer wieder vor", bestätigt auch Josef Breitenfelder, Postenkommandant der Korneuburger Polizei, die Masche der vermeintlichen Fassadenreiniger. Auch wenn das Anbieten der eigenen Dienste grundsätzlich nicht verboten ist, dies bei der Polizei zu melden, ist immer ratsam. "Wir sind sehr dankbar, wenn wir solche Hinweise bekommen, nur so können wir auch bei unseren Ermittlungen erfolgreich sein. Vertrauen Sie ihrem Bauchgefühl und wenn etwas komisch vorkommt, lieber bei uns anrufen", rät Breitenfelder. Und er hat noch ein paar Tipps parat: "Arbeiten immer nur nach Kostenvoranschlag und auf Rechnung durchführen lassen. Immer hellhörig sein, wenn jemand auf einmal an der Haustüre klingelt und dem eigenen Bauchgefühl vertrauen. Personenbeschreibungen, Autokennzeichen oder sogar Fotos vom Auto können uns dann natürlich auch sehr helfen. Aber bitte bringen Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr!"
Die Methoden, Leute um ihr Geld zu bringen, sind vielfältig. Erst vor Kurzem waren "falsche Maler" im Namen des renommierten Malerbetriebes Schrammel aus dem Bezirk unterwegs:
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