Anstieg der Arbeitslosigkeit
Arbeitsmarkt in NÖ bleibt unter Druck
- Ende Mai 2025 sind 41.881 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 1.854 mehr als im Mai 2024.
- Foto: AMS
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Die Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Die Arbeitslosigkeit ist erneut gestiegen, gleichzeitig halten sich Beschäftigung und Stellenbesetzungen stabil. AMS NÖ und das Land setzen auf gezielte Unterstützung und Weiterbildung, um den Herausforderungen zu begegnen.
NÖ. Ende Mai 2025 waren in Niederösterreich 41.881 Personen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Inklusive Schulungsteilnehmerinnen und Teilnehmer suchten insgesamt 51.820 Menschen eine neue berufliche Perspektive, das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent. Damit liegt Niederösterreich im österreichweiten Vergleich bei der Zunahme weiterhin im unteren Bereich.
"Die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich steigt mit +4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter an. Im österreichweiten Vergleich fällt damit das Plus an arbeitslosen Personen am drittniedrigsten aus. Wie bereits im letzten Monat bleibt die Zahl der unselbstständig Beschäftigten mit 660.000 nahezu unverändert“, betonen Arbeitsmarkt-Landesrat Susanne Rosenkranz (FPÖ) und AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern.
Unterschiedliche Entwicklungen nach Alter und Branche
Besonders stark betroffen sind Jugendliche unter 24 Jahren: Ihre Arbeitslosigkeit stieg um 9,7 Prozent auf 4.110 Personen. Auch ältere Personen ab 50 Jahren (+4,2 Prozent) und Menschen im Haupterwerbsalter (+4,0 Prozent) verzeichnen Zuwächse. Insgesamt erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Frauen um 5,3 Prozent, bei Männern waren es 4,1 Prozent.
- Veränderung der Arbeitslosigkeit in Niederösterreich.
- Foto: AMS NÖ
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Nach Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede: Überdurchschnittliche Anstiege gab es in den wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen (+15,4 Prozent), in der Beherbergung und Gastronomie (+8,6 Prozent) sowie im Handel (+7,4 Prozent). Stabil oder rückläufig hingegen ist die Lage im Baugewerbe (-0,3 Prozent) und der öffentlichen Verwaltung (-0,5 Prozent).
Gute Vermittlungszahlen trotz schwacher Konjunktur
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage bleibt die Vermittlungsleistung des AMS auf hohem Niveau. Seit Jahresbeginn wurden bereits 37.900 neue offene Stellen gemeldet und 33.148 erfolgreich besetzt.
- Sandra Kern, AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin
- Foto: NÖAAB
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"Sowohl Personal- als auch Jobsuchende stehen aktuell unter Druck, wirtschaftlich wie beruflich erfolgreich zu sein. Im Rahmen einer Service-Offensive haben unsere Beraterinnen und Berater allein im Mai knapp 2.000 Unternehmen in Niederösterreich besucht, um sie in Personalfragen bestmöglich zu unterstützen.", so Kern. Die Werte aus dem Vorkrisenjahr seien deutlich übertroffen: +1.155 beziehungsweise +3,1 Prozent neu gemeldete offene Stellen, +3.288 beziehungsweise +11,0 Prozent erfolgreich besetzte Stellen gegenüber 2019.
Breites Angebot an offenen Stellen
Mit 14.578 gemeldeten offenen Stellen liegt das Niveau deutlich über dem Vorkrisenjahr 2019 (+18,8 Prozent), allerdings um 9,8 Prozent unter dem Vorjahreswert des Mais. Die Entwicklung verläuft branchenabhängig: Während im Gesundheits- und Sozialwesen ein starkes Plus bei der Arbeitskräftenachfrage zu verzeichnen ist (+39,6 Prozent), gibt es in der Produktion (-17,2 Prozent) sowie im Tourismusbereich (-26,4 Prozent) deutliche Rückgänge.
"Trotz der anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung suchen niederösterreichische Unternehmen intensiv nach potenziellen Mitarbeitern. Unser Anspruch ist es, sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit maßgeschneiderter Beratung auf ihrem Weg in eine nachhaltige Zukunft zu unterstützen – genau darin liegt eine unserer wichtigsten Aufgaben für die kommenden Monate“, betont Rosenkranz.
Kritik seitens SPÖ
"Seit Monaten fordern wir gezielte Investitionen in Beschäftigung, den Ausbau von Qualifizierungsangeboten und ein Landesprogramm für Ausbildungsgarantien nach dem Vorbild des Marienthal-Projekts. Es ist unsere Pflicht, jungen Menschen Hoffnung zu geben und sie nicht in der Arbeitslosigkeit zurückzulassen“, so Landesrat Sven Hergovich (SPÖ). "Wer heute Arbeit schafft, baut den Wohlstand von morgen. Wir benötigen ein Arbeitsmarktprogramm für Niederösterreich – mit Fokus auf Jugendbeschäftigung und regionale Wirtschaftsförderung.“
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