Eklat: Partezettel erst nach Begräbnis verteilt

Die Beerdigung war längst vorbei, als ein Teil der Partezettel erst von der Post zugestellt wurde. | Foto: Robert Hoetink/Fotolia
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  • Die Beerdigung war längst vorbei, als ein Teil der Partezettel erst von der Post zugestellt wurde.
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MÜNZKIRCHEN (ebd). Mit 1. Februar hat die Post die Zustellung unadressierter Werbesendungen umgestellt. Demnach werden diese nur mehr zweimal pro Woche zugestellt. Darunter fallen laut Post AG auch die Partezetteln, deren Versendung in kleinen Kommunen bei jedem Todesfall üblich ist. Und genau ein Teil solcher wurde in der Sauwaldgemeinde von der Post erst einen Tag nach der Beerdigung (!) zugestellt.

„Das sind doch ungeheuerliche Zustände“, erbost sich ein Bekannter des Verstorbenen der BezirksRundschau gegenüber. Auch die Familie des Verblichenen zeigt sich empört: „Bei einem Begräbnis hat man wahrlich andere Sorgen als so etwas. Deshalb war das für uns sehr ärgerlich.“ Nachsatz: „Es haben sogar viele Leute bei uns angerufen und sich entschuldigt, dass sie nicht auf dem Begräbnis waren, weil sie den Partezettel erst am nächsten Tag bekommen haben“, so ein Familienmitglied des Verstorbenen. Von der Post AG ist zu hören, dass alles korrekt über die Bühne gegangen ist. Denn laut des „gelben Riesen“ gibt es eine Ausnahmeregelung für Partezettel, die besagt, dass wenn die Traueranzeigen bis 14 Uhr am jeweiligen Postamt abgegeben werden, eine Zustellung in den nächsten beiden Tagen garantiert wird.
Doch das war angeblich in Münzkirchen nicht der Fall. Demnach sollen die Partezettel erst gegen
16 Uhr abgegeben worden sein, weshalb sich die Verteilung um einen Tag hinausgezögert hat.

Dass nach der Umstellung bei der Post vieles noch nicht rund läuft, bestätigt auf Anfrage der BezirksRundschau der Vorsitzende der Postgewerkschaft Oberösterreich, Markus Sammer. „Vieles funktioniert offensichtlich nicht.“ Im Fall Münzkirchen verteidigt Sammer allerdings die Belegschaft. „Es gibt bei Werbungen eben die allgemeine, fünftägige Zustellfrist, und die wurde eingehalten. Außerdem müssen sich die Bediensteten an die vorgegebene Dienstanweisung halten. Machen sie das nicht, wird vom Management sofort mit der Dienstrechtskeule gedroht. Das kann im schlimmsten Fall soweit gehen, dass es sogar zu Kündigungen kommt.“

SPÖ startete Blitz-Resolution
Sauer stößt der Fall der Schärdinger Bezirks-SPÖ auf. Auf Initiative von Münzkirchens Bürgermeister Helmut Schopf, wurde im Eilverfahren eine „Resolution zur Sicherung der rechtzeitigen Zustellung von Partezetteln“ verabschiedet und nach Wien gesandt. „Wir wollen mit der Resolution aufzeigen und die Problematik bewusst machen“, erklärt Schopf. Denn die von der Post propagierte Alternative, die Partezetteln einfach per Brief zu versenden, kommt laut Schopf nicht in Frage. „Weil die Briefsendung pro Stück um 55 Cent teurer kommt. Das macht bei 900 Haushalten wie wir sie in Münzkirchen haben, knapp 500 Euro Mehrkosten aus.“ Auch Sammer findet die Resolution sinnvoll. „Weil der Mehrheitseigentümer der Post der Staat ist, der den regionalen, ländlichen Raum schließlich schützen und fördern sollte.“

Die Beerdigung war längst vorbei, als ein Teil der Partezettel erst von der Post zugestellt wurde. | Foto: Robert Hoetink/Fotolia
Die SPÖ-Politiker des Bezirkes haben auf Initiative von Münzkirchens Bürgermeister Helmut Schopf 
(5. v. r.) hin sofort reagiert und eine Resolution Richtung Wien verabschiedet. | Foto: SPÖ Schärding
Der Friedhof von Münzkirchen. | Foto: LangS
Vorsitzende der Postgewerkschaft Oberösterreich, Markus Sammer. | Foto: Privat
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