04.10.2016, 21:16 Uhr

Beeindruckendes Klangerlebnis in der Wallfahrtskirche Götzens

Das Publikum in der Götzner Wallfahrtskirche zeigte sich von den Leistungen der Ausführenden restlos begeistert. (Foto: Veranstalter)

Das Kammerorchester InnStrumenti und weitere Ausführende setzten Akzente der Neuen Musik in Tirol!

Bereits zum 6. Mal lud der Verein cultura sacra in Kooperation mit dem Tiroler Kammerorchester InnStrumenti zu einem besonderen Konzertereignis in die Götzner Wallfahrtskirche. Bei „Sakrale Musik unserer Zeit“ widmeten sich gleich drei Uraufführungen dem Thema "Schöpfung" aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.
Erfreulich groß war das Publikumsinteresse an dieser geballten Ladung an Kreativität in der bis in die letzten Reihen gefüllten Kirche.

Katharina Blassnig

Den Startpunkt bildete das Orchesterwerk der Komponistin Katharina Blassnigg: Ein auf der Empore positioniertes Streichquartett symbolisierte im Dialog mit dem Orchester den Grundgedanken, dass einer jeden Schöpfung zunächst eine Idee, also Vorstellung oder Vision vorausgehen muss. Nach anfänglich sehr leisen und zarten Klängen entwickelte sich ein Klangrausch, der die Zuhörer vollkommen in den Bann zog und die hervorragende Akustik des Kirchenraums zur Geltung kommen ließ. Das vielversprechende Werk lässt noch auf viele weitere Kompositionen der jungen Tiroler Komponistin hoffen!


Helmut Jasbar

Der renommierte Sprecher Christian Reiner eröffnete mit packenden Worten das zweite Stück des Abends von Helmut Jasbar. Ein wunderbares musikalisches Poem über den Anfang der Zeit, das sich der Frage widmete: "Was geschah vor Haydns Schöpfung?" In fünf Sätzen zeigt sich die Musik sehr vielfältig: kraftvolle Ausbrüche, rockig-rhythmische Passagen, aber auch weite Melodiebögen münden in jenen Akkord, mit dem das berühmte Werk von Haydn beginnt. Allein die für die verschiedensten Effekte und Klangfarben benötigten Schlaginstrumente füllten den ganzen hinteren Altarraum und waren ein Erlebnis für Ohr und Auge!

Franz Baur

Zum Abschluss forderte der Tiroler Landespreisträger Franz Baur mit "anElysion" Solisten und Ensemble gleichermaßen mit seiner überaus gelungenen Musik voller Emotionen, Dramatik und Raffinesse. Den virtuosen Solopart an der Klarinette gestaltete Simon Reitmaier mit Bravour.
Die 20 Musikerinnen und Musiker des Tiroler Kammerorchesters InnStrumenti musizierten unter der hervorragenden Leitung von Gerhard Sammer hochprofessionell und mit größter Intensität; die von Wolfgang Praxmarer moderierten Gespräche mit den Komponisten gaben hilfreiche Einblicke.
Fazit: Das war ein starkes Lebenszeichen der Neuen Musik in Tirol - man kann sich noch mehr solche Konzerte wünschen, die geradezu süchtig machen nach Neuer Musik!
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