21.03.2016, 11:25 Uhr

Verein hilft Roland beim 'Sehen'

Martina Gruber plaudert beim Interview über ihren Beruf und den Verein Contrast.

Der sehbehinderte Roland aus Loich wird seit seinem 2. Lebens-jahr von der Organisation Contrast betreut.

PIELACHTAL (ah). Stellen Sie sich vor, ihr Baby ist von Geburt an blind oder stark sehbehindert. Eine unglaubliche Herausforderung für das Kind und dessen Eltern. Der Verein Contrast nimmt sich diesen Familien an und begleitet sie von der Geburt bis zum Schulalter mit kompetenten Pädagogen. Die Bezirksblätter NÖ unterstützen mit der Aktion "Wir helfen" die Organisation und Roland mit einem Spendenkonto (siehe rechts). Eine engagierte Pädagogin, die in ihrem Job alles gibt, ist Martina Gruber. Sie betreut den kleinen Roland aus der Gemeinde Loich seit seinem 2. Lebensjahr. "Die Betreuung von sehbehinderten Kindern ist sehr individuell. Sie besteht aber zumeist aus zwei Bereichen, der Betreuung des Kindes und der Begleitung der Familie", informiert die engagierte Sehfrühförderin.
Vor allem die Trauerarbeit mit den Eltern ist laut Gruber ein wesentlicher Faktor, denn die Tiefpunkte kämen immer wieder. Knackpunkte wie der Eintritt in den Kindergarten oder die Einschulung sind meist sehr schwer für Eltern zu verkraften, "denn natürlich beginnt man das eigene mit anderen Kindern zu vergleichen".
Gruber betreut 18 Kinder im Most- und Waldviertel und hat großen Anteil daran, dass Roland aufgeweckt spielt und sich so annimmt, wie er ist. Dieses Jahr begann er bereits mit der Schule in Kirchberg.
Vor allem das Training mit dem sogenannten Lichtpult, das Contrast gemeinsam mit Transdanubia entwickelt hat, steht neben anderen individuellen Fördermethoden im Mittelpunkt der Arbeiten zwischen der Sehfrühförderin Gruber und den Kindern. "Roland macht große Fortschritte", freut sich Gruber.
"Singen, bewegen, greifen, das versuchen wir in der Therapie zu vereinen", erklärt Gruber.
Die Betreuung umfasst aber viel mehr. Inkludiert sind Nachbesprechungen mit den Eltern sowie Begleitung zu Arztterminen, Therapie oder Gesprächen vor Kindergarten- und Schuleintritt.

Spenden und Liebe zum Beruf
Überleben kann der Verein Constrast nur durch die Unterstützung des Landes Niederösterreich und durch Spenden.
Die Therapiekosten betragen pro 90 Minuten 116 Euro, wovon die Eltern einen Selbstbehalt von 15 Euro zu leisten haben.
Wenn man Martina Gruber fragt, warum sie diesen Job macht, sagt sie mit einem Leuchten in den Augen: "Weil er immer wieder Neues bereithält und einem die Kinder so viel zurückgeben."

Spendenkonto:

Der Verein Contrast bietet Frühförderung für blinde, sehbehinderte und mehrfachbehindert-sehgeschädigte Kinder in Wien, NÖ und Burgenland. Spendenkonto "Wir helfen!" AT715300004455000500, Verwendungszweck: Verein Contrast
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