12.07.2016, 11:14 Uhr

Bad Haller über Wahlheimat Shanghai: „Wir sind nur die Gäste auf dieser Welt“

Alfred und Winnie Pichler zu Gast auf der Wiener Ringstraße: Mit ihren zwei Kindern leben die Pichlers in Shanghai. (Foto: Privat)

Der gebürtige Bad Haller Alfred Pichler bekochte bereits die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

BEZIRK. Auch, wenn unser Bundesland eine Menge zu bieten hat, gibt es viele Oberösterreicher, die ihr Glück im Ausland versuchen. Mitglied beim Netzwerk der Auslands-Oberösterreicher namens „Upper Austrians Abroad“ des Landes Oberösterreich und der Business Upper Austria GmbH sind 737 ursprüngliche Oberös-terreicher. „Die Mitglieder sollen sehen, dass es in dem Land, in dem sie leben oder in das sie auswandern, auch andere Ober-österreicher gibt, mit denen sie sich zusammenschließen können“, sagt Magdalena Bigonski, Leiterin des Netzwerks. Im Optimalfall steht dem Auswanderer von Beginn an ein anderer Oberösterreicher in dem gewählten Zielland mit Rat und Tat zur Seite. „Wir wollen, dass die Mitglieder Oberösterreich in die Welt hinaustragen“, spiegelte laut Bigonski bei der Gründung auch der wirtschaftliche Aspekt mit. Von den 737 Mitgliedern kommen 20 aus Steyr-Stadt und Steyr Land. Dass man als Österreicher im Ausland gute berufliche Chancen hat, beweist der 1968 in Bad Hall geborene Alfred Pichler. Nach dem Bundesheer absolvierte der Koch ein Praktikum in der Schweiz.

Internationale Küche kennenlernen auf der Queen Elisabeth 2

Noch im selben Jahr ging er nach England, um auf dem Passagierschiff „Queen Elisabeth 2“ die internationale Küche kennenzulernen. Binnen kürzester Zeit konnte Pichler so die ganze Welt umfahren. „Erstmals kam ich auf dieser Reise mit Shanghai in Berührung. Land und Leute und natürlich die Küche übten eine große Faszination auf mich aus“, erzählt der gebürtige Bad Haller. Aktuell lebt Pichler mit seiner Familie in Anting New Town Jiading Shanghai. Was dem Koch an Österreich fehlt, ist vor allem die Küche. „Obwohl das nicht ganz stimmt. Entgegen den Essgewohnheiten hier in Shanghai koche ich zuhause gerne deftig für meine Familie – manchmal auch zu deftig“, lacht Pichler. Shanghai hat dem Bad Haller vor allem berufliche Chancen ermöglicht. Diese hätten Pichler neben privaten Überlegungen schlussendlich auch dazu bewogen, in Shanghai zu bleiben. In den Genuss seiner gastronomischen Fähigkeiten kamen neben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auch namhafte Politiker der Volksrepublik China. „Zielstrebigkeit, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit sind Eigenschaften, die speziell uns Oberösterreichern im Ausland Kompetenz verleihen“, vermutet Pichler. Wer woanders leben möchte, müsse sich auch an lokale Gepflogenheiten anpassen. „Wir sind nur die Gäste auf dieser Welt. Wir sind es, die sich mit den verschiedenen Kulturen und Sitten arrangieren müssen. Nicht umgekehrt“, betont Pichler. Alle zwei Jahre besucht er seine Mutter in Bad Hall.

Hallstatt boomt in China

Auch Hallstatt ist eines seiner liebsten Österreich-Domizile, „da hier in China Hallstatt sehr bekannt ist.“ So bekannt, dass sich die Chinesen 2012 ein Stückchen Alpenidylle abgeschaut und das Weltkulturerbe Hallstatt in der südchinesischen Provinz Guangdong nachgebaut haben. Ob Pichler seine Zelte irgendwann in Österreich aufschlagen wird, kann er noch nicht sagen: „Wir sind noch im Arbeitsleben und müssen uns danach richten.“


Mehr dazu

Alle weiteren Infos zu Upper Austrians Abroad auf
www.ooe-international.at
Landsleute im Ausland
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