14.06.2016, 11:28 Uhr

Schulhefte waren gestern: In der MIttelschule Koppstraße lernen die Kinder mit iPad

Lehrerin Elfriede Kortecka ist begeistert von den Möglichkeiten der iPads.

Wiens erste iPad-Schule: In der Neuen Mittelschule Koppstraße II lernen Kinder digital.

Langweiliger Unterricht? An dieser Schule im Nachbarbezirk Ottakring kein Thema. Die 329 Schüler der Neuen Mittelschule Koppstraße II lernen hier mit iPads. Auch für die Lehrer bringt das neue Möglichkeiten: "Dadurch entstehen ganz andere Lernräume", so Ingo Stein, der das Projekt am "Kopp II" betreut. "Schon alleine deshalb, weil die Schüler ihre iPads überallhin mitnehmen können."

Englischlehrerin Elfriede Kortecka erklärt, wie das funktioniert: "Die Schüler können mit den Geräten alles aufnehmen. Die ganze Klasse kann sich später die aufgenommenen Dialoge anhören."

Säure messen per iPad

"Sockpuppet" heißt die App für den Englischunterricht. Die Schüler sprechen einen englischen Dialog ein und animierte Handpuppen sprechen ihn nach. "Das macht viel Spaß und die Schüler sind viel mehr am Unterricht beteiligt", so die Lehrerin.
In der Koppstraße wird jedes Unterrichtsfach durch die neue Technologie unterstützt. "Zusätzlich zu herkömmlichen Lehrmethoden", so Direktor Wilhelm Wunderer. So erstellen die Kinder etwa eigene kleine Filme mit dem iPad oder messen damit Säurewerte im Chemieunterricht. In den Informatikstunden sitzen die Kinder statt am Computer vor Windmühlen aus Legosteinen, die sie mit dem Tablet steuern können.
In der Koppstraße ist man auf das vier Jahre alte Programm stolz. 100 iPads sind bereits im Einsatz, 300 sollen es werden. Möglichst jedes Kind soll ein eigenes haben. Finanziert wird das Projekt von den Eltern. "Wenn Eltern dabei Schwierigkeiten haben, stellt die Schule Leihgeräte zur Verfügung", so Wunderer.

70.000 Bildungsapps gibt es im deutschsprachigen Raum. "Die sind aber eine Ergänzung und keine Alternative zum sons-tigen Bildungsprogramm. Bei uns geht keine Kulturtechnik verloren. Wir können jetzt aber jedes Kind viel individueller fördern als bisher", so Stein. "Arbeitsergebnisse können so etwa per Beamer der ganzen Klasse gezeigt werden."

Die Übersicht behalten

Trotz aller Vielfalt gibt es keine Anarchie im Klassenzimmer. Alle Geräte sind vernetzt, aber der Lehrer hat immer den Überblick. "Die Lehrer haben Zugriff auf die Geräte der Kinder. So kann man sehen, wer gerade Hilfe braucht. Und bevor Schüler etwas veröffentlichen, muss der Lehrer es freigeben."

Im "Kopp II" werden Kinder im Alter von 11 bis 15 Jahren in insgesamt 14 Klassen unterrichtet. Da ist Leben drin, manchmal geht auch etwas zu Bruch. "Doch keine Angst", sagt Wunderer. "Unsere Geräte sind alle für vier Jahre versichert."
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