08.08.2016, 14:11 Uhr

Lunzer macht alte Autos "e-fit"

Der 20-jährige Michael Zettel aus Lunz am See hat einen alten VW Käfer in ein modernes und kostensparendes Elektrogefährt "verwandelt".

E-mobil in die Zukunft – viele Gemeinden benutzen E-Fahrzeuge und ein Lunzer sorgt mit seiner Idee für Furore.

BEZIRK SCHEIBBS. Im Gegensatz zum E-Bike startet das E-Mobil nur sehr vorsichtig durch. Es zeigt sich zwar im Bezirk Scheibbs ein positiver Trend an Neuanmeldungen im ersten Halbjahr 2016 (im Vergleich zu 2015), dennoch sind noch einige Schwierigkeiten zu überwinden. Wir haben uns im Bezirk Scheibbs umgehört, wie es um die Elektromobilität in den Gemeinden bestellt ist.

Lunzer baut alte Autos um

Der 20-jährige Lunzer Michael Zettel hat einen alten VW Käfer zu einem Elektroauto umgebaut und will sich mit dieser Idee nun selbstständig machen und mit seinem "Volkswagen" durchstarten.
"Die Idee dazu ist ehrlich gesagt aus rein praktischen Überlegungen heraus entstanden – da ich in Waidhofen an der Ybbs die HTL besuchte und ich die lange Busfahrt nicht mehr täglich auf mich nehmen wollte, legte ich mir in der dritten Klasse einen VW Käfer aus dem Jahr 1966 zu und beschloss diesen im Mai 2014 zu einem E-Auto umzubauen, da sich der Motor des Gebrauchtwagens in einem sehr schlechten Zustand befunden hatte. Ich habe mich für ein 96-Volt-System entschieden, die Reichweite liegt bei 140 bis 180 Kilometern, die Spitzenleistung beträgt 55 Kilowatt (ca. 75 PS) und das Vollladen dauert im Moment sieben Stunden. Besonders Letzteres will ich allerdings bald noch verbessern. Es macht großen Spaß, mit diesem Elektroauto zu fahren, außerdem ist es mit einem Euro bis 1,50 Euro pro 100 Kilometer sehr kostengünstig. Ich möchte in Zukunft diese Richtung weitergehen, da im Bereich 'Spezial-Elektrofahrzeuge' noch eine Lücke zu füllen ist und außerdem ein wichtiger Beitrag für die Umwelt geleistet wird", so Michael Zettel.

E-Autos in den Gemeinden

Aber auch die einzelnen Gemeinden leisten ihren Beitrag, um ihre Bürger für die E-Mobilität zu begeistern. Die Stadtgemeinde Wieselburg verwendet zwei E-Autos und zwei E-Scooter für den kommunalen Bauhofbetrieb, E-Tankstellen gibt es beim Rathaus und beim Freibad. Die Stadtgemeinde Scheibbs hat seit vier Jahren einen E-Roller in Betrieb, im Juli wurde das erste E-Auto angeschafft. E-Tankstellen gibt es beim Freibad, am Rathausplatz und am Bahnhof sind zwei weitere geplant. In der Marktgemeinde Purgstall verwendet man am Bauhof zwei Transportfahrzeuge mit Elektroantrieb, außerdem sind dort zwei zusätzliche E-Tankstellen geplant.
In Randegg wird am 21. August im Zuge des IVV-Wandertags zu einem e-mobil Infostand beim Hause "Krameseck" in Franzenreith geladen, wo man auch E-Autos, E-Bikes und E-Scooter testen kann.

E-Mobilitätsförderung ist für Firmen sehr attraktiv

Die Elektro-Mobilitätsförderung für Unternehmen, Vereine und Gemeinden beträgt derzeit 3.000 Euro vom Bund und 750 Euro vom Land.
"Der Bund hat rechtzeitig bei der E-Mobilitätsförderung für Unternehmen, Gemeinden und Vereine eingelenkt. Mit der Fortsetzung wird ein wichtiges Zeichen für die positive Entwicklung der E-Mobilität gesetzt", begrüßen Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav sowie Energielandesrat Stephan Pernkopf die Förderaktion. Hilft sie doch die E-Mobilitätsstrategie des Landes voranzutreiben: Bis 2020 sollen 50.000 E-Fahrzeuge in NÖ auf den Straßen unterwegs sein. Das wären rund 5 Prozent am PKW-Gesamtfahrzeugbestand in NÖ.
Ein ehrgeiziges Vorhaben, das wohl nicht mehr an der Ladeinfrastruktur scheitern wird: Bis Ende 2016 soll jedes schnellladefähige E-Auto innerhalb eines 60-Kilometer-Radius in rund 30 Minuten geladen werden können - dieses Ziel ist so gut wie erreicht.
Im 1. Halbjahr wurden in Niederösterreich 417 E-Autos neu zugelassen, mehr als doppelt so viele wie im 1. Halbjahr des Vorjahres.

E-Mobilität
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