10.10.2016, 16:12 Uhr

"Unendliche Weiten": Zwei Astronauten in Wieselburg

Lorena Meierhofer vom FH Campus Wieselburg, Maximilian Trautinger vom ÖWF, Astronaut Dick Richards, Kosmonaut Salizhan Sharipov und Anja Ebertz vom FH Campus Wieselburg. (Foto: FH Wieselburg)

„Born to Explore“: Astronauten besuchen FH Campus Wieselburg und geben Einblicke in ihre Weltraumerfahrung

WIESELBURG. "Der Weltraum - unendliche Weiten …" – so beginnen alle Fernseh-Abenteuer der USS Enterprise. Hand aufs Herz: Wer träumt nicht heimlich davon, einmal im Leben ins All zu fliegen und sich die funkelnden Sterne aus der Nähe anzusehen.
Der US-Amerikaner Dick Richards und sein russischer Kollege Salizhan Sharipov haben diese Erfahrung bereits mehrmals gemacht. Sie gehören zu den rund 550 Menschen, die im All waren, Dick Richards als Pilot des Space Shuttle, Salizhan Sharipov als Crew-Mitglied der Internationalen Space Station (ISS), die seit dem Jahr 2000 mit Menschen an Bord um die Erde kreist.

Hinter den Kulissen der Raumfahrt

Der Astronaut und der Kosmonaut, wie es richtig heißen müsste, besuchten im Rahmen des 29. "ASE Planetary Congress" am so genannten "Community Day", organisiert vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF), den Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt und ließen in ihrem Vortrag und der anschließenden Frage-Runde die rund 200 Zuhörer hinter die Kulissen der Raumfahrt blicken.
Ihre Begeisterung für den Orbit war bei jeder Information spürbar, egal ob sie über technische Details und den Forschungsauftrag der bisher größten künstlichen Raumstation sprachen oder so ergreifende Momente schilderten, wie einen Flug durch Nordlichter hindurch oder einen Spaziergang im Weltall.

Fitness und Ernährungsplan

Nicht weniger spannend informierten sie das Publikum aus Studierenden der FH Wieselburg sowie Schüler der BLT Wieselburg und des BG/BRG Wieselburg mit ihren Lehrern darüber, was auf dem täglichen Ernährungsplan steht oder wie man sich im Weltraum frisch hält. Letzteres funktioniert übrigens mit Hilfe von feuchten Tüchern.
Wer es ins Team der ISS geschafft hat, muss außerdem jeden Tag mehrere Stunden lang an seiner Fitness arbeiten. Das wird penibel überwacht, denn niemand an Bord darf während seines Einsatzes ausfallen. Alle sind so spezialisiert, dass ihre Aufgaben nicht übertragen werden können. Dafür trainieren die Teams im Vorfeld mehrere Jahre intensiv und werden gesundheitlich rund um die Uhr betreut. An Bord vergeht die Zeit dann angeblich wie im Flug und einmal pro Woche darf die ansonsten dauerüberwachte Crew ganz privat mit der Familie oder einem Vertrauensarzt kommunizieren.

Probleme mit den Sinneswahrnehmungen

Probleme kann es nämlich trotzdem geben, zum Beispiel mit den Sinneswahrnehmungen, die sich außerhalb der Gravitation nicht mehr auskennen und bis zur Umstellung diffuse Informationen ans Gehirn senden.
Ansonsten aber ist ein Flug ins All laut Sharipov eher beruhigend. Vermutlich ist es die Demut, die einen überkommt, wenn man aus dem Weltall auf die Erde blickt. Auf jeden Fall würden sich menschliche Probleme relativieren, was alle Raumfahrer zu entspannten Menschen machen würde.

Abenteuerreise oder Weltraum-App

Wer jetzt Lust bekommen hat auf, eine Abenteuerreise ins Universum, muss vielleicht gar nicht mehr so lange warten. Private Unternehmen wie Boeing oder der amerikanische Visionär Elon Musk forschen an privaten Möglichkeiten und auch das offizielle Programm mit dem Ziel, den Mars zu erreichen, soll demnächst Realität werden. Wer das Ganze lieber von der Ferne aus verfolgen möchte, kann das mit der App "ISS Finder" ganz bequem vom heimischen Fenster aus regelmäßig tun. Die Raumstation braucht nur 93 Minuten für eine Erdumrundung und wenn Ausblickpunkt und Wetter passen, kann man sie am Himmel in Aktion sehen.
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