Traum oder Wirklichkeit
Theater Kosmos präsentiert neues Programm

Die beiden großen Schauspielerinnen Johann Tomek und Nicola Trub in „Limbus“, das heute im Theater Kosmos Premiere feiert.
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  • Die beiden großen Schauspielerinnen Johann Tomek und Nicola Trub in „Limbus“, das heute im Theater Kosmos Premiere feiert.
  • Foto: Sarah Mistura
  • hochgeladen von Christian Marold

BREGENZ: Fünf Stücke auf der großen Bühne - darunter heute die Premere von „Limbus“ - sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Musik, Lesungen, Diskurs-Veranstaltungen und dem bereits traditionellen „Kosmodrom“ - präsentierten die Theatermacher am Dienstag im Haus des Sponsors „Raiba“.

Ein emotionaler Apell von Hubert Dagschnig - neben Augustin Jagg der Leiter und Gründer des Theater Kosmos - stand am Anfang der Pressekonferenz.

„Man kann Kunst nicht auf die Funktion reduzieren; wir sind keine On/Off-Branche“

, meinte er zu den vergangenen beiden schwierigen Jahren, die viele Künstler an ihre finanziellen, vor aber allem psychischen Grenzen brachte. „Theater ist und bleibt ein Fest“ schloss er und präsentierte gemeinsam mit Jagg das Programm für 2022, das durchaus zum Fest werden könnte.

„Limbus“-Premiere

Bereits heute, Donnerstag, startet das Theater mit der mehrmals verschobenen Premiere von „Limbus“, dem fiktiven Treffen von Josef Stalins Tochter und Heinrich Manns Gattin. Die Schauspielgrößen Johanna Tomek und Nicola Trub spielen die beiden Frauen, die durch ihre Herkunft und ihre Haltung zum Kommunismus eine Art Libus - Vorhölle - erleben. Premiere ist heute um 20 Uhr, weitere Vorstellungen finden bis 5. Februar statt. Corona ist noch allgegenwärtig - auch für die Kosmos-Macher. Wie stellt man sich der pandemischen Wirklichkeit, wie positioniert man sich in einer verunsicherten Welt, in der Halbwissen und Fake-News das politische Miteinander bestimmen? Aus solchen Fragen kristallisierte sich auch das Motto des Spielplans 2022 heraus: „Traum oder Wirklichkeit?“.

Träumer, Linke, Ritter, Könige

Dieses Motto spiegelt sich in den Stücken: Die Vision einer Gesellschaft, die Thomas Gratt, der der extremen Linken zugeordnet wird, im Sinne hatte, war nichts anderes als ein - sein – Traum und für viele ein Albtraum („Die Entführung des Thomas G.“ von Ben Blaikner). Don Quijote, der der berühmteste Wandler zwischen den Wirklichkeiten war, ist nicht nur ein Ritter von der traurigen Gestalt sondern auch leidenschaftlicher Kämpfer für Minne und Gerechtigkeit („Don Quijote, ein Stück weg von der Wahrheit“ von Philip Jenkins). Ist in „Little Italy“ der Urlaubsflirt der Touristin Elisa mit dem Pizzabäcker Massimo real? Dieses dramatische Gedicht von Kathi Klein treibt die Frage nach Schein oder Sein auf die poetische Spitze. In „Escorial“ von Michel de Ghelderode wird die Wirklichkeit vom verlotterten König kurzerhand umgewandelt in Illusion, gespiegelt und den eigenen Wunschträumen angepasst.

Musik, Diskurs, Kinder

Daneben wird für dieses Jahr wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten. Eine neue Musikschiene („Kosmos Konzert“) bietet jungen klassischen Musikern eine Plattform, das bereits bewährte Kammerorchester „Camerata Musica Reno“ wird ebenfalls zwei neue Programme präsentieren. Reger Meinungsaustausch findet im „Kosmos Diskurs“ statt - Philosophie, Ökonomie aber auch Politisches wird unter anderem mit Michael Köhlmeier und Michael Dittrich (Armutskonferez) diskutiert. Und auch die Kleinsten finden nun einen Platz im Kosmos: „Kosmolino“ nennen sich die Produktionen, die speziell für Kinder bis sechs Jahren angeboten werden.

Ein Jahr für 30 Euro!

Apropos jung: „Kosmos U30“ ist ein meines Wissens einzigartiges Angebot, mit dem Menschen unter dreißig sämtliche(!) Eigen-Veranstaltungen des Theater Kosmos ein Jahr lang besuchen können - und dies um nur 30 Euro Gesamtbetrag. So bringt man (wohl nicht nur junge) Menschen ins Theater!

Die beiden großen Schauspielerinnen Johann Tomek und Nicola Trub in „Limbus“, das heute im Theater Kosmos Premiere feiert.
Augustin Jagg, Autor Benjamin Blaikner (Die Entführung des Tomas G.) und Hubert Dragaschnig (v.l.) päsentierten das Programm.

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