30.03.2016, 00:00 Uhr

Bewegungsübungen sollen Lernleistungen verbessern

Durch ein Bewegungsübungsprogramm erhalte das Gehirn eine zweite Chance, Entwicklungslücken zu schließen. (Foto: Privat)
NAARN. Stefan geht in die 2. Klasse Volksschule. Er braucht für seine Hausübung oft zwei bis drei Stunden. Rechnen könnte er gut, aber er ist langsam und schaut oft aus dem Fenster. Trotz Übens fallen Lesen und Rechtschreibung schwer. Stefan klagt, dass es ihm zu laut ist in der Schule und er ist meist angespannt. Schon als Säugling fand Stefan schwer in den Schlaf. Die Trotzphase scheint anzuhalten. Seine Eltern erzählen von Wutanfällen und Sorgen. Die Familie war überrascht von den schulischen Problemen, weil Stefan sonst intelligent wirkt. "Stefan ist kein Einzelfall. Ein Drittel aller Kinder haben ähnliche Probleme, trotz normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz", sagt Martina Leonhartsberger. Die gelernte Kindergartenpädagogin aus Naarn arbeitet in eigener Praxis. Mit der neurophysiologischen Entwicklungsförderung kämpft sie gegen Lese-Rechtschreibprobleme, Wut, Konzentrationsprobleme, soziale Probleme, Ängste und mehr. "Oft wird nur an Symptomen gearbeitet. Es wird Lesetraining bei Leseschwäche oder Verhaltenstherapie bei Aggressionen geboten", sagt Leonhartsberger. Die neuromotorische Entwicklungsförderung INPP setze an den Ursachen an. "Aufgrund von Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt können Reste frühkindlicher Reflexe bestehen bleiben und eine neuromotorische Unreife verursachen", erklärt sie den Ansatz. Die Unreife könne zu einer Barriere in der Lern- und Verhaltensentwicklung führen.

Zweite Chance fürs Gehirn
Durch ein Bewegungsübungsprogramm erhalte das Gehirn eine zweite Chance, Entwicklungslücken zu schließen. Stefan wurde laut Leonhartsberger durch eine Übung, die er zu Hause durchführen konnte, geholfen. "Nach zwei Monaten steigerte sich das Arbeitstempo. Das Lesen wurde flüssiger, die letzten Ansagen waren fast fehlerfrei. Er traute sich mehr zu und knüpfte neue Freundschaften. Stefan beendete die neuromotorische Entwicklungsförderung nach knapp einem Jahr mit neuem Selbstbewusstsein", sagt Martina Leonhartsberger.
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