01.07.2016, 13:45 Uhr

Asylunterkünfte: Bezirk hat Quote von 1,2 Prozent

Schärdings Bezirkshauptmann Rudolf Greiner, Rohrbachs Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner, Bezirkshauptmann Paul Gruber aus Urfahr-Umgebung und Landesrat Rudi Anschober präsentieren die aktuelle Situation bei den Asylquartieren in OÖ. (Foto: Foto: Land OÖ/ Kraml)
BEZIRK. Sehr positiv verläuft die Quartiersuche für Asylwerber in Oberösterreich. 327 der 442 Gemeinden haben bereits Asylwerber untergebracht, weitere 24 Gemeinden sind aktiv. Die Gemeinde mit der höchsten Unterbringungsrate ist St. Nikola. Unter den Top-Ten sind auch vier aus dem Bezirk Rohrbach: Platz 2: Oberkappel (7,33 Prozent), Platz 3: Neufelden (5,34 Prozent), Platz 5: Putzleinsdorf (4,36 Prozent) und Platz 10: Hörbich (3,63 Prozent). Der Bezirk Rohrbach liegt aktuell bei einer Quote von 1,2 Prozent ist damit – genauso wie viele andere Bezirke – vom bundesweiten Richtwert von 1,5 Prozent nicht mehr weit weg.

Reserve für Zukunft

Aktuell sind rund 13.600 Menschen in 523 organisierten Quartieren und bei über 1000 Privaten in 327 Gemeinden Oberösterreichs untergebracht. Das entspricht knapp einem Prozent der Bevölkerung. Ihnen stehen 351 organisierte Quartiere von NGOs, 171 von privaten Betreibern und eines einer Gemeinde zur Verfügung. Einige Unterkünfte stehen sogar leer, weil es seitens des Bundes ein Verteilungsproblem gibt und, um eine Reserve für einen allfälligen neuen, hohen Anstieg an Asylanträgen zu haben. "Niemand weiß, wie sich die Flüchtlingsbewegung in den kommenden Monaten darstellen wird", sagt Landesrat Rudi Anschober. Der Leerstand ist auch darin begründet, dass es sehr stark differenzierte Anspruchsgruppen – Familien, Menschen mit erhöhtem Betreuungsbedarf, alleinreisende Frauen, UMFSs, etc. – gibt, welche nicht in ein und derselben Unterkunft untergebracht werden können. Die Reservequote beträgt momentan 6 Prozent. Der von Landesrat Anschober erarbeitete Masterplan für den weiteren Ausbau an Quartieren soll die Quartiersuche zukünftig erleichtern, etwa durch verstärkte Nutzung von Büroflächen, ein Entschärfen der infrastrukturellen Auflagen, einen Ausbau bei mobilen Quartiere, etc.

Beschluss im Landtag

Zwei Trends zeichnen sich ab: Einerseits rechnet Landesrat Rudi Anschober in den nächsten Wochen mit einer beschleunigten Bearbeitung von Asylanträgen durch das BFA in Oberösterreich durch eine Aufstockung der Mitarbeiter. Andererseits wurde mit einer Mehrheit im Landtag der längere Verbleib von Asylberechtigten in Grundversorgungsquartieren festgesetzt. Mit einem positiven Asylbescheid können Menschen seit 1. Juli insgesamt zwölf anstatt wie bisher nur vier Monate in den Grundversorgungsquartieren bleiben. Es sei daher gut, eine Reserve an Quartieren zu haben. Festzustellen ist jedoch, dass die Schleppertätigkeit zunimmt, nachdem legale Einreisemöglichkeiten verhindert werden.
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