05.07.2016, 08:30 Uhr

Adi Hirschal: "Die Sängerknaben haben mich geprägt"

Adi Hirschal beim Gespräch im Restaurant Franz

Lustspielhaus-Intendant Adi Hirschal über das neue Stück, die Sängerknaben und seinen nächsten Urlaub.

Adi Hirschal geht mit seinem „Wiener Lustspielhaus“ ab 14. Juli in die neue Saison. In der bz spricht er über Projekte, Spielen als Therapie und Nachwuchspflege.
Ihr Wiener Lustspielhaus hat bereits Tradition. Mit dem Stück „Don Giovanni – Der letzte Mann" gehen Sie ab 14. Juli in die 13. Saison.

ADI HIRSCHAL: Heuer zeigen wir Max Grubers Adaption von "Don Giovanni". Doch bei uns geht’s immer wienerisch zu. Diese Fassung spielt in einem Wiener Modehaus.

Etwas hat Tradition: Sie spielen immer Uraufführungen.
Ja, wir wollen etwas bieten. Die Gäste sollen sagen: Ich bin der Erste.

Sie spielen Am Hof im 1. Bezirk. Was macht den Reiz aus?
Das Lustspielhaus ist einem barocken Stecktheater nachempfunden. Wir spielen in einer Art Zelt. Und das im Herzen der Stadt.

Inmitten der Stadt ein Theater auf Zeit aufzubauen, klingt nach logistischer Leistung?
Unser Theater wurde vom Bühnenbildner Eduard Neversal entworfen und es wird jedes Jahr aus dem Lager geholt. Aufbauten und Genehmigungen einholen ist nur eine Facette, wir wollen ja spielen. Ich bin eigentlich ein Kulturmanager!

Wie finanziert sich das Lustspielhaus?
Wir haben ein 3-Säulen-Modell: Förderungen aus öffentlicher Hand, Kartenverkäufe und Sponsoren sichern unseren Fortbestand. Allerdings wird es immer schwieriger. Ich möchte nicht klagen, aber wir leben leider in einer Wirtschaftskrise. Aber Qualität kostet!

Sie geben dem Schauspiel-Nachwuchs immer wieder eine Chance?
Ich finde das wichtig. Nach meinem Abschluss am „Reinhardt-Seminar“ war ich auch froh wenn man mir eine Chance gegeben hat. Kathie Straßer etwa hat 2004 im "Sommernachtstraum" bei uns debütiert.

Haben Sie Ihr Selbstbewusstsein bei den Sängerknaben gelernt?
Zumindest musste ich schon in jungen Jahren lernen, mich zu präsentieren. Ich versuche, Qualität zu erzeugen. Das wird erkannt.

Denken Sie schon an Urlaub?
Nein, denn ich habe einen Rückzugsort im Burgenland. Meinen Urlaub habe ich im Jänner.

Sie sind an mehreren Fronten gefordert. Sie haben als Intendant auch den
„Kultursommer Laxenburg“ zu verantworten?

Diesen Spielort zu konzipieren und dort Theater zu spielen ist eine Herausforderung. Aber: Beim Spielen fallen viele Probleme von einem ab. Ich arbeite überhaupt gerne!

Zur Person:
Adi Hirschal (67) ist ein österreichischer Schauspieler und Regisseur. Mi dem Samtorchester ist er aber auch als Sänger zu erleben. Momentan bereitet er sich auf die Rolle des Don Giovanni vor.
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