05.07.2016, 16:25 Uhr

Stylishes Second Hand im Kagraner "Mehr-Wert-Shop"

Betriebsleiterin Ella Rosenberger und Mitarbeiter Erol Tiryaki sind ein starkes Team.

Im "Mehr-Wert-Shop" der Volkshilfe erhalten Menschen und Waren gleichermaßen eine zweite Chance.

DONAUSTADT. Auf 824 Quadratmetern findet man in der Obachgasse 6 alles, was man braucht oder auch nicht braucht. Von Geschirr und den obligaten Büchern über Polstermöbel bis zu Kleidung und Kinderspielsachen lässt der Mehr-Wert-Shop keine Wünsche offen.

Gleich beim Betreten fällt auf: Alles ist feinsäuberlich sortiert und hat seinen Platz. Die Kleidung ist nach Funktion und Größe geschlichtet, die Möbel nach Zimmer. Es riecht hier nicht nach ungewaschener Flohmarktware, sondern nach Geschäft. Für Betriebsleiterin Ella Rosenberger ist das der erste Schritt weg vom Schmuddelcharakter: "Wir wollen Bewusstsein schaffen, dass es nicht peinlich ist, hier einzukaufen, sondern es für unsere Kinder, Enkel und die Umwelt Sinn macht, Sachen mehrfach zu verwenden." Und nicht zu vergessen: "Oft hat die wiederverkaufte Ware zu einem niedrigeren Preis bessere Qualität als Artikel aus Billigläden."


Neue Chance für Arbeitslose

Ein zweites Leben für Gegenstände bedeutet im Mehr-Wert-Shop auch eine zweite Chance für Menschen. Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderung oder Asylberechtigte können hier bis zu sechs Monate als Transitarbeitskräfte tätig sein. Bezahlt werden sie nach dem Kollektivvertrag für Sozialberufe.

Ziel ist es, die 220 bei der Volkshilfe beschäftigten Transitarbeitskräfte wieder auf dem Arbeitsmarkt begehrt zu machen bzw. weiterzuvermitteln. Erol Tiryaki ist der beste Beweis für den Erfolg dieses sozialökonomischen Betriebs. Nachdem der Einzelhandelskaufmann über ein Jahr arbeitslos war, kam er bei der Volkshilfe unter. Wenige Wochen nach Auslaufen des Vertrages wurde er vor sechs Jahren vom "Mehr-Wert-Shop" als Fachkraft übernommen.

Tiryaki zu seiner Aufgabe bei der Volkshilfe: "An dem Beruf gefällt mir einfach alles. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich die Tür aufsperre. Wer kann das schon von seinem Job sagen?"
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