29.06.2016, 08:00 Uhr

Kulturvermittler Jagenteufel

Das Lesen von heimatkundlichen Büchern ist eines der Hobbys, die Hermann Jagenteufel Freude bereiten. Foto: jm

Professor Jagenteufel ist Schulmann, engagierter Katholik, Altbürgermeister und Volkskulturexperte.

WATZELSDORF (jm). Der Berufstitel „Professor“ wurde Oberschulrat Hermann Jagenteufel 2010 vom Bundespräsidenten für seine Verdienste als Kulturvermittler und Heimatkundler verliehen. Im Gespräch mit den Bezirksblättern erzählt er aus seinem Leben und nimmt auch zu aktuellen Themen in Schule und Kirche Stellung.

Starke Prägung durch Familie

Vater Adolf Jagenteufel war Volksschuldirektor, Kirchenchorleiter und Heimatdichter. Hermann wurde als jüngstes von sechs Kindern 1939 in Watzelsdorf geboren und durch die Werte in der Familie geprägt. Nach der Matura bei den Schulbrüdern in Wien-Strebersdorf wurde er dort auch zum Volksschullehrer ausgebildet. Der Junglehrer arbeitete infolge des damaligen Lehrerüberschusses zwei Jahre als Diözesansekretär der Katholischen Jugend, ehe er 1960 seine erste Stelle in Pleissing bekam. Haugsdorf, Braunsdorf, Pulkau und Zellerndorf waren weitere Dienstorte.
In seiner Heimatgemeinde engagierte sich Jagenteufel in der Gemeindepolitik zunächst als Kulturgemeinderat, wurde 1984 zum Bürgermeister gewählt und übte dieses Amt bis 1995 aus. Im selben Zeitraum war er Direktor der Volksschule Zellerndorf.

Fotos, Bücher und Vereine

Zu seinen Hobbys zählen die Fotografie, das Sammeln von Fotos und alten Ansichtskarten, das Lesen von heimatkundlichen Büchern und die Geselligkeit in diversen Vereinen, die er unterstützt, und die Bacher-Runde, die er leitet.
Für Josef Pazelt, den Jagenteufel sehr schätzt, initiierte er anlässlich dessen 60. Todestages die Enthüllung eines Gedenksteines durch das „Forum Platt“. Immer wieder wird der „Professor“ zu Dichterlesungen und heimatkundlichen Vorträgen eingeladen. Ebenso interessieren ihn aktuelle Fragen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Auflösen der Sonderschulen gut geht“, sieht der erfahrene Schulmann die heutige Entwicklung.

Noten sind wichtig

„Noten, insbesondere ein ‚Nicht genügend‘, sind Grenzerfahrungen, die für SchülerInnen erfahrbar bleiben müssen.“ Im Beruf könne ja auch nicht ständig auf die besonderen Bedürfnisse des Einzelnen Rücksicht genommen werden.
Mit den großen Seelsorgeräumen in „Pfarre neu“ ist der ehemalige Vikariatsrat nicht ganz einverstanden, aber von Papst Franziskus ist er begeistert. „Ich kann mir vorstellen, dass der Zölibat freigestellt wird“, meinte Jagenteufel abschließend.
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